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PHOTONEWS

ZEITUNG FÜR FOTOGRAFIE

Nachschlag

Photonews-Forum: „Bruder Tier“

August 25, 2020 by

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Informationen zu Aktuell

Hier finden Sie Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen, die uns nach Redaktionsschluss erreicht haben sowie Ergänzungen (Nachschlag) zur jeweils aktuellen PHOTONEWS Ausgabe.

Nachschlag

PHOTONEWS-Forum: „Still – Leben“

Photonews-Film: Atelierbesuch bei Klaus Elle

PHOTONEWS-Forum: „Das Glück auf Rädern?“

Photonews-Forum: „Bruder Tier“

Aus dem PHOTONEWS-Archiv IV

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Nach Redaktionsschluss

Broschüre „Wege in den Beruf Fotografie“

Atelierbesuche der Uni Hildesheim. Photonews-Beiträge online

Aus dem Archiv: Chronorama

Aus dem Archiv: Diskussion in Düsseldorf 2012

Festival Horizonte Zingst 2023

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Photonews-Forum "Bruder Tier"

Der Legende nach sprach der Heilige Franziskus mit den Tieren und ermahnte seine Mitmenschen, Tiere als Gottesgeschöpfe, als "Brüder" (Schwestern) zu achten. Doch wie ambivalent unser Verhältnis zu Tieren ist, zeigen eindrücklich die vielen Einsendungen der Photonews-Leser und Leserinnen. Hier eine Auswahl. Danke an alle für die Teilnahme!

Foto: Marlies Ebertshäuser

Diese Fotografie entstand 2014 in der 300-Seelen-Gemeinde Apiranthos auf der griechischen Insel Naxos. Viele Inselbewohner leben dort von traditioneller Landwirtschaft. Die hierzulande übliche Haustierhaltung ist ihnen weitgehend fremd, genauso fremd wie die hinter Fabrikmauern stattfindende Massenschlachtung von Masttieren.

 

Foto: Werner Mansholt

Ich liebe es im Café zu sitzen und Menschen zu beobachten. Ein Besuch im Levantehaus in Hamburg gehörte immer dazu. Am Nachbartisch saß eine Dame mit pinkfarbiger Hose. Ihr Hund lugte immer zu mir, während ich meinen Kuchen aß.
Das Bild war Teil des Künstler-Kalenders der Firma MERCK „Darmstädter Kalenderblätter“ , den ich in 2012 bespielen durfte.

 

Foto: Sabine Bungert

Mit meiner Serie "Natural World" möchte ich den Blick auf unseren Umgang mit der Natur, insbesondere aber auf das Verhältnis des Menschen zu wilden Tieren lenken. Der Blick des zivilisierten, kulturell geprägten Menschen auf das „Naturwesen“ Tier ist meist ein romantischer, wilde Tiere dienen häufig als Projektion für unerfüllte Naturerfahrungen. Interessant finde ich die Auswirkungen dieses Umgangs mit der Natur, die Zeichen, in denen das Verhalten von Mensch und Tier sich manifestiert und die Schnittstellen, an denen Wildnis und Zivilisation aufeinandertreffen. Die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Tier findet auch in der Inszenierung von Tieren seinen Ausdruck. Zoologische Gärten versuchen mit der bewußten Gestaltung von Präsentationsräumen eine Illusion von naturnaher Landschaft zu schaffen. Und dann funkt ausgerechnet die Natur dazwischen – Wintereinbruch in Wuppertal.

 

Foto: Monika Meinhart

Summerlove. Das Foto zeigt meinen Mann als Jungen, der einen Sommer lang die Liebe einer Saatkrähe genießen durfte… bis sie von alleine wieder entschwand. Solche wunderbaren Erlebnisse vergisst man niemals im Leben. Noch heute sprechen wir öfter über „Jakob“.

 

Foto: Sofia Jamatte

Das Bild soll den Egoimus des Menschen im Bezug zu Tieren darstellen. Menschen beuten und nutzen Tiere zum Teil exzessiv aus, was kein neues Phänomen ist. Wie weit wird dies jedoch gehen? Kann in unserer heutigen Gesellschaft ein besseres, machtfreierees und bewussteres Verhältnis zu Tieren entstehen? (Ich bin 21 Jahre alt und studiere Kulturwissenschaften und Philosophie in Berlin.)

 

Foto: Gebhard Krewitt

Catch & Release, zu wertvoll, um nur einmal gefangen zu werden.
Die Angelsachsen (Izaak Walton, The Complete Angler or the Contemplative Man's Recreaction, London 1653) haben das Fischefangen zum Sport gemacht und dafür entsprechende Regeln und Rituale geschaffen, u.a. 'Catch & Release'.
In Deutschland ist nur 'Catch' möglich und 'Release' nicht TierSchG konform: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen“ (§ 1 Satz 2). Der 'vernünftige Grund' Fische zu fangen ist der Nahrungserwerb!
Das Selfie zeigt mich im Januar 2007 am Larry's Creek in Neuseeland mit einer fetten Bachforelle, die dann nach dem Foto wieder schwimmen durfte.

 

Foto: Lutz Roeßler

Fliegen zu Mittag. (ein Handy Foto mit einem iPhone 7)
Wir saßen an einem sonnigem Tag draußen am Mittagstisch.
Plötzlich setzte sich eine Fliege auf den Teller meiner Tochter.
Sie sagte sofort: „iiiiiiii….ich esse nicht weiter“ und verließ den Tisch. Ca. 10 Sek. später hatten sich schon einige Fliegen auf ihrem Teller versammelt. Ich als Vater dachte zuerst „das ist grässlich“. Dann fiel mir das traurige Insektensterben wieder ein. Mir kam der Gedanke: Ist doch schön, dass es dieses Jahr so viele Fliegen gibt, und lies die Fliegen erst mal auf dem Teller mittagessen.

 

Foto: Wolf Böwig

Lyari-Distrikt: Die Infrastruktur ist in keiner Weise in der Lage, die Bevölkerungsexplosion zu bewältigen. Oft bricht das System zusammen, und die Arbeiter sind tagelang zu Hause gestrandet. Wasser und dessen Mangel ist ein wesentliches Problem. Frustriert über den Mangel an Infrastruktur graben die Bewohner selbst und versenken wahllos Brunnen. Aber mehr als 95% dieser provisorischen Brunnen weisen hohe Konzentrationen von Blei und Chloriden auf, die durch Lecks in Industrieanlagen verunreinigt sind, was sie für den Verbrauch unbrauchbar macht. Hepatitis, Durchfall und andere Darmprobleme sind in der ganzen Stadt weit verbreitet. Die Dromedare werden in den Slums von Karachi für den Transport von Lasten eingesetzt - in dieser kontaminierten, urbanen Wüste sind sie neben Ratten die Lebewesen, die dort am längsten überleben.

 

Foto: Natalia Kepesz

„Handzahm: Im höchstem Maße zahm, zahm genug, um selbst menschliche Berührungen nicht zu scheuen.“
Das gezähmte Haustier und sein Lebensraum steht im Mittelpunkt dieses Fotos. Was sind die Tiere für den Menschen und wie haben sich der Mensch, das Tier und Ihre Lebensräume im Prozess des Domestizierens verwandelt, sind die Fragen, die mich beschäftigen. Um das zu zeigen erfasse ich den Menschen lediglich in der Interaktion mit den Haustieren und halte den Augenblick im Leben mit dem Tier fest.

 

Foto: Michael Schwarzer

Schwein - März 2018 Tirol / Österreich

 

Foto: Erik Hinz

In diesem brodelnden japanischen Topf von Skurrilitäten, Traditionen, Menschen und Tieren nahm ich 2018 im Osaka Aquarium Kaiykan dieses Bild auf. Es zeigt den evolutionären Stand von Menschen, Tieren und Minions. Ihr Stand ist ein Trotzdem, eine Aufforderung zum Überleben. Hoffe es klappt bei den meisten.

 

Foto: Elisabeth Ann

Pony und Frau mit Blick auf die Donau

 

Foto: Norbert Moos

aus der Serie: How we love animals.
Natürlich erinnert diese Fotografie an Albrecht Dürers Holzschnitt Rhinocerus aus dem Jahr 1515. Dürer hat das Nashorn selbst nicht gesehen, sondern den Holzschnitt nach Beschreibungen und nach Skizzen eines unbekannten Künstlers angefertigt.  Das Nashorn blieb zunächst im Besitz von Manuel I und wurde von diesem an Papst Leo I. verschenkt. Das Tier, das auf dem Deck angekettet war ertrank bei einem Schiffbruch auf dem Transport von Lissabon nach Rom vor der ligurischen Küste.
Die Fotografie entstand 2019 im Kölner Zoo. Ich verstehe sie als Hinweis darauf, dass menschliche Tierliebe für Leid und Aussterben unendlich vieler Tiere verantwortlich ist.

 

Foto: Andrea Wilmsen

Hundeglück im trauten Heim? Oder eher der Versuch einer Vermenschlichung? Das wilde Gehabe des Tieres, das einer Mischung aus Aufschrei und Protest glich, ließ eher ein beklemmendes Gefühl zurück. Der Hund überraschte mich beim Vorüberschreiten an einem Erdgeschoss-Fenster. Foto aus der Serie „Fragile Realities", 2018.

 

Foto: Christian Klaaßen

Spanien. Erster Tag am Strand.

 

Foto: Melina Papageorgiou

Im Rahmen des Kurses „Das Tier in Portrait und Reportage“ im Wintersemester 2019/2020 bei Prof. Linn Schröder an der HAW Hamburg beschäftige ich mich mit dem Thema künstliche Tiere „Artificial Animals“ und das Fotografieren von Gegenständen, die sich ähnlich interpretieren lassen können wie Tiere. Dazu habe ich mir Gedanken gemacht, wie Tiere und was für Arten von Tieren in Film und in Bildern repräsentiert sind. Dekorative Objekte wie auch künstliche Tiere haben unter anderem den Zweck des Ästhetischen, etwa einen Raum hübscher zu machen. Beim Fotografieren öffnet sich auch eine Welt der Fantasie, die immer auch ein Teil fiktionalen Konstrukten ist.
Link von der HAW Showcase mit der Serie

 

Foto: Ruediger Carl Bergmann

Ich finde dass bei uns das Bruder-Tier nur ein Hund sein kann. Der Hund nimmt in Deutschland bei vielen Menschen eine Ersatzfunktion ein. Ersatz für eine Beziehung, Partnerschaft oder eben auch als Bruder. Menschen wollen Hunde besitzen, wie sie oftmals auch ihre Beziehungspartner besitzen wollen. Mit dem Hund ist es einfacher, ihn an die Leine zu nehmen. Auch wenn es eine lange Leine ist, wie in meinem Foto.

 

Foto: Anja Putensen

Dieses Foto ist Teil der aktuell im KERBER Verlag publizierten Arbeit DAS GUT – AUF DEN SPUREN BALTISCHER GUTHAUSKULTUR. Es geht hier um eine subjektive fotografische Suche, die an historische Orte in Estland und Lettland führt. Die Blickrichtung ist die eines Gutshauses fiktiv aus vielen Orten zusammengesetzt. Kurze Textbausteinen von estnischen, lettischen und deutschbaltischen Kindheitserinnerungen dienen neben den Bildern der weiteren historischen Erschließung. Die Fotografien sind mit analoger Mittelformatkamera auf Rollfilm entstanden. Prof. Ute Mahler und Ingo Taubhorn haben das Projekt im Rahmen der Meisterklasse der Ostkreuzschule begleitet.

 

Foto: Matthias Creutziger

Für ein fotografisches Kalenderprojekt durchstreifte 2018 ich die Medina von Marrakesch und Fes. Insbesondere die lebhafte Altstadt der Königstadt Fes erlaubte ein Eintauchen in das orientalische Markttreiben. Dort haben die Fischverkäufer ebenso ihren Platz wie Kesselflicker oder Schneider. Der Fotokalender „Inside Souks 2019“ wurde danach mit dem Gregor Calendar Award Bronze sowie Japan Award Bronze ausgezeichnet.
Hier ein Foto (nicht im Kalender enthalten) von der letzten Station von Bruder Dromedar.

 

Foto: Ralf Meyer

„ausgesetzt“

 

Foto: Angelika Oetker-Kast

Eine Aufnahme aus dem Inneren eines Tiertransporters, entstanden während einer Mahnwache mit der lokalen Gruppe des Animal Save Movement vor dem zur Tönnies-Gruppe gehörenden Schweine-Schlachthof in Kellinghusen, Schleswig-Holstein. Wir waren da, um Zeuge zu sein und um den Tieren vor der Schlachtung noch einen Moment der Aufmerksamkeit und Zuneigung zu geben. Das Foto ist Teil des Multimedia-Features "We See You.", entstanden im Rahmen dieser Mahnwachen und während einer Schlachthofbesichtigung. Damit habe ich versucht meine Eindrücke zu verarbeiten und in eine Form zu bringen, die den täglichen Wahnsinn und das, was wir den Tieren antun, widerspiegelt.
Weitere Informationen zum Projekt auf meiner Webseite www.straydok.de

 

Foto: Andrea Dummer

Die Haltung unserer Gesellschaft gegenüber Tieren bewegt sich zwischen zwei Extremen:
Nutztieren zur Billigstfleischproduktion wird das Recht auf ein würdiges Dasein nicht zuerkannt.Sie gelten nicht als Individuen.
Haustiere werden durchaus mit Menschen auf eine Stufe gestellt und spielen eine  ihrer großen Bedeutung entsprechenden Rolle.
Mein Foto zeigt das Grab einer Katze auf dem Tierfriedhof.

 

Foto: Wolfgang Sonnemann

Brüder sind sie nicht, die Schafe und die Menschen im hügeligen Grasland Rumäniens. Die Schäfer schützen die Herde vor den gefräßigen Feinden, sie liefern Fleisch, Wolle und Milch. Es ist eine zweckbestimmte Partnerschaft auf Zeit, ohne Zuneigung. Der Mensch allein bestimmt, wann diese Partnerschaft endet.
Das Foto entstand während einer Reise nach Rumänien im Juni 2019.

 

Foto: Viola Maiwald

Dies ist ein Auszug aus meiner Arbeit "an und für sich" über meine Eltern, welche seit über 30 Jahren verheiratet sind. Sie leben in einem kleinen Dorf in Norddeutschland, mit ihren Tieren und nah am Wald gelegen.

 

Foto: Frank Uhlig

Eine Aufnahme aus dem tropischen Urwald, Osa Halbinsel. Mein zweiter Aufenthalt dort in einem riesigen Reservat ohne Touristen, als ‘Forscher' in einer Conservation Station. Sieben Mal war ich inzwischen da. Alleine, ich, und auch alleine der alte ‘howling monkey’. Die Weibchen gerade im Geburtszyklus am Ende der Regenzeit, die Männchen verbannt, alleine, nachdenklich zu der Zeit.  Und irgendwie drehte ich meinen Kopf, ich fühlte mich wohl beobachtet. Das Objektiv zu kurz, aber das hilft dem Ausdruck unserer brüderlichen Gemeinsamkeit und Fremdheit, der Distanz und Nähe.
Was dachte er über mich, was ich über ihn? Sicher denken Affen auch!
Ich erinnere mich, ich war so froh, ihn zu sehen, aus Zufall. Er hat nicht im Laub geraschelt, sondern sass still und ruhig.
Ich habe mit ihm und zu ihm gesprochen; was, das weiss ich nicht mehr; und ich habe da gestanden, gedacht und gefühlt.
Mensch und Tier sind so klein im Urwald der Bäume. Mensch und Tier auf Erden.

 

Foto: Hinnerk Holst

Brüderlich der Blick und das Teilen des doch recht knappen Platzes.

 

Foto: Uwe Bedenbecker

Die berühmten Tempelanlagen von Angkor wurden bis vor Covid 19 von mehr als 2 Millionen Menschen jährlich besucht. Dabei bilden die Chinesen seit Jahren die größte Besuchergruppe. Siem Reap ist der Ausgangspunkt der Exkursionen zu den Tempeln, hier befinden sich die meisten Hotels und Geschäfte in der Region. Dort wo viele Touristen sind, blüht das Geschäft mit Souvenirs. So mancher Besucher mag Gefallen finden an Produkten aus Krokodilsleder, die Tiere werden in Farmen in der Umgebung gezüchtet.
Was verkauft werden will, muss beworben werden. Daher begegnet man häufig ausgestopften Krokodilen, die mehr oder minder aufmerksamkeitsstark vor den Geschäften oder in den Schaufenstern präsentiert werden. Ein befremdlicher Anblick für das mitteleuropäische Auge.
Mensch und Tier sind auf meiner Aufnahme, die ich im November 2014 dort fotografiert habe, brüderlich vereint durch ihren gemeinsamen Zweck: für Umsatz sorgen. Auch wenn das Verhältnis angespannt scheint durch den Wettbewerb um die Aufmerksamkeit potentieller Kunden.

 

Foto: Wolfgang Dengel

Wenn alle anderen schlafen.

 

Foto: Christoph Schimke

Das Bild ist Teil der ‚positive liquid‘-Serie, bei der Aufnahmen aus vergangenen Zeiten verfremdet und klassische Betrachtungsweisen sowie Blicke auf  Vorder-Mittel- und Hintergründe aufgehoben werden. Schärfe wird verflüssigt und teils surreale Situationen entstehen.

 

Foto: Ulrich Dahlinger

Das Sozialverhalten des Gartenteichschmuckstorchs ist noch nicht vollständg erforscht. Auch über sein Verhältnis zum
wasserspeienden Zierbrunnenfrosch gibt es noch Wissenslücken.

 

Foto: Michael Haag

Mein städtisches Schwimmbad be-/überwacht seine Badegäste mit einer Kamera. Eines Tages gesellte sich ein zweiter Beobachter dazu. Bruder Tier und großer Bruder.

 

Foto: Roelf Janssen

In den ersten Tagen der Corona-Pandemie erschien vor meinem Fenster diese Rabenkrähe (corvus corone) und schaute mich an. Mit dem Rest einer Nürnberger Bratwurst flog er auf den nächsten Baum und schien zufrieden. Aber dann kam er täglich, klopfte mit dem Schnabel energisch an die Scheibe und erwartete etwas. Ich servierte Wursttaler. Mit dem sich abzeichnenden Ende der Pandemie ist er weggeblieben. Ich bin wieder allein.

 

Foto: Eva Knevels

Dieses Foto aus dem Tierpark München, zeigt, wie ich meine, dass Nähe und gleichzeitige Distanz im Verhältnis von Mensch und Tier immer zusammen gehören.

 

Foto: Gislind Link

Selbstinszenierung als Affe aus meiner Serie "Wenn ich ein Vöglein wär oder ein Bär" : Tier-Performances

 

Foto: Anna Thiele

Hund und Herr, wer herrscht hier? Dieser majestätisch-kraftvollen Pose konnte ich nicht widerstehen. Die Architektur des Potsdamer Platzes wirkt wie Legoland, die Menschen wie aus der Puppenstube – hier scheint manches auf den Kopf gestellt. Neues Berlin.
Das Foto ist aus dem Projekt 'absent | present'. Dieses und weitere sind ab dem 15. August 2020 in meiner Ausstellung 'berlin. relaunched' bei den Fotopionieren in Berlin-Mitte zu sehen.

 

Foto: Nikola Holocher

Das Bild entstand im November 2018 in Tansania. Für die Massai sind ihre Rinder die wichtigste Lebensgrundlage und ihr ganzer Stolz. Durch den Klimawandel gibt es immer wieder lange Dürreperioden. Dann finden die Tiere nicht mehr genug Nahrung. Um sie zu retten, treiben die Massai ihre Rinder zu weit entfernten Wasserstellen.

 

Foto: Joerg Barkholz

Dieses Bild einer überfahrenen Kröte entstand auf einer kleinen Bergstrasse im Allgäu. Das Bild gehört zu meiner Serie „Tote Tiere“.
Viele dieser toten Tiere werden häufig vom Menschen gar nicht wahrgenommen. Beim Fotografieren wird man oft gefragt warum man den Boden fotografiert. Oder die Leute wenden sich angewidert ab und verstehen nicht weshalb man ein totes Tier fotografiert. Sie nehmen gar nicht die Ästhetik des Bildes wahr.
Menschen wie Tiere leben nur für eine für eine gewisse Zeitspanne. Manche erleben mehr Aufmerksamkeit im Tod als andere.

 

Foto: Peter Christmann

Das bronzene Denkmal eines Riesenalk an der Nordatlantikküste (Reykjanesbær, Island). Zum Gedenken an den letzten seiner Gattung, der 1844 hier umgebracht wurde.
Jahrhundertelang wurde das den Menschen gegenüber arglose und flugunfähige Tier gejagt und getötet. Sein Fleisch, Fett und die Eier galten als besonders wohlschmeckend, seine Daunen waren begehrt. Sammler vollendeten die Tragödie, der Riesenalk galt Anfang des 19 Jahrhunderts als eine exotische Seltenheit. Museen und Liebhaber zahlten viel Geld für Eier und Bälge für die letzten verbliebenen Alkenvögel. So können nur wenige präparierte Exemplare in einigen Museen betrachtet werden. Oder eben diese bronzene Statue, die für fotografisch konservierte Erinnerungen als „Fotomodell“ herhalten muss und beispielhaft für viele vom Menschen ausgerottete Tierarten steht. Hält vielleicht der Mann im Vordergrund des Bildes nach einem noch lebenden Riesenalk Ausschau?

 

Foto: Thomar Hopfgarten

Das rosa Band der Sympathie: Mama hat Dich lieb. Hundenärrin auf der Promenade des Seebades Bude in Nordcornwall / UK

 

Foto: Marlene Hrubesch

Das Foto entstand auf einer Reise in Abu Dhabi im Jahr 2011. Es war eine spontane Aufnahme von einem flüchtigen Moment der Annäherung zwischen dem Beduinen und dem Hund.

 

Foto: Friedhelm Petrovitsch

In einer Familie großgeworden, in der die Jagd und das Schlachten von Hühnern und dem jährlichen Hausschwein selbstverständlich waren, wollte ich in Arles einen Stierkampf sehen. War das nur ein atavistisches Spektakel? Oder konnte ich Picassos Ansicht teilen, der in der Corrida de Toros eine Grenzerfahrung zwischen Leben und Tod bewunderte?
Drei Stiere wurden von Toreros getötet. Das Publikum zeigte kaum Missfallen , sondern klatschte begeistert. Als ich die Treppenstufen zum Ausgang herunterstieg, waren meine Knie weich und ich empfand leichten Schwindel.

 

Foto: Christian Diehl

Suppenhuhn.

 

Foto: Volker Frenzel

2017, aus der Serie „Hunde in der Stadt“
Das Leben auf der Straße ist hart, es gibt kaum Freunde, wenige Vertraute. Hunde werden zum einzigen verlässlichen Bezug. So schlecht es den Menschen auch geht, ihre Tiere behandeln sie gut. Geben sie doch etwas Geborgenheit, Wärme und Schutz.

 

Foto: Vera Nowottny

Das eingereichte Bild ist Teil der Serie Verpasster Anruf, einer analogen Camera Obscura Arbeit auf Planfilm  bei der das anrufende Smartphone eine photogrammartige Rolle einnimmt und das Bild maskiert, analog dem realen Leben.

 

Foto: Matthias Schneege

Schafherde vor einem aufziehenden Gewitter, Carolinensiel/Nordsee 2018

 

Foto: Sabine Wild

Affenkäfig, Chengdu (China), 2017

 

Foto: Michael Schölzel

Eigentlich waren Hahnenkämpfe verboten auf Kuba, sie sind aber nicht raus zu bekommen aus den meist männlichen Köpfen, und so finden sie wieder statt. Auf dem Bild werden den Hähnen Gummisporen  für das Training um die Beine gebunden, im richtigen Kampf werden diese dann aber durch scharfe und tödliche aus Schildpatt ersetzt.

 

Foto: Otto Danwerth

Semana Santa in Quetzaltenango: Streunende Hunde gehören in vielen Ländern zum Alltag. So auch im Hochland von Guatemala, wo ich die Prozessionen während der Karwoche fotografierte. Dieser Promenadenmischung scheint das Zusammenleben zu schmecken – und farblich passt es auch.

 

Foto: Julia Sellmann

Kamelführer Amir in der Wahiba Sands, eine 12.500 km² große Wüste im Osten des Omans. Fotografiert im Auftrag des STERN, 2018. Ein A4 Pigmentdruck dieses Bildes ist bei „Artist in the Box“ erhältlich. Die Künstler-Plattform bietet zur Unterstützung in Zeiten der Corona-Pandemie Prints für 116 Euro an. artistinthebox.com

 

Foto: Lutz Naumann

Das Foto gehört zur Serie "Hundeleben", welche sich mit dem Verhältnis Mensch-Haustier beschäftigt: Das Tier als Produkt, Partner, Helfer, Werkzeug, Spielzeug, Statussymbol u.s.w. und damit der Natur entfremdet.

 

Foto: Christoph Linzbach

Der mumifizierte Körper der Lieblingskatze wurde in Ägypten gerne als Grabbeigabe verwendet. In der Endphase des alten Äyptens wurden Friedhöfe zur Bestattung von Tiermumien eingerichtet. Tieropfer dienten als Opfer bestimmter Götter. Der Katzengöttin Bastet wurde in der im Nildelta gelegenen Stadt Bubatis geopfert. Hier liegt das tote Tier in einem sogenannten lost place in der Nähe von Berlin. Es dient dem Aufhübschen der Location oder wenn man so will dem window dressing. Der verweste Körper spiegelt und verstärkt den morbiden von Verfall und Vergänglichkeit gekennzeichneten Charakter eines bei Fotografen beliebten Ortes. Wir Menschen sind erfinderlich, wenn es um die Nutzbarmachung von Tieren geht.

 

Foto: Astrid Susanna Schulz

Self mit Katze – in meiner Fotografie geht es häufig um den menschlichen Körper. Als ich 2017 eine Katze für drei Wochen bei mir aufnahm, lag dieses Foto nah.

 

Foto: Martin von den Driesch

Montag, 2. September 2019, entlang der Fernstraße P258 von Ulan-Ude zum Baikalsee: Während die meisten seiner Altersgenossen nach 3monatigen Sommerferien wieder in die Schule müssen, ist dieser Junge in den elterlichen Betrieb eingebunden – zusammen mit seiner Mutter wacht er an diesem Vormittag über eine riesige Rinderherde.

 

Foto: Egon Hungerbühler

gefangen und befangen –  Zoo Zürich 2010
Die Dialektik der Mensch-Tier-Beziehung verdichtet sich am deutlichsten im Zoo, wo Tiere gefangen zur Schau gestellt werden, in der Absicht, bei den Betrachtenden die Empathie mit diesen Lebewesen zu fördern.
Auch finden vom Aussterben (durch menschliche Einwirkung) bedrohte Tiere hier ein Asyl und bilden einen Genpool zur Wiederaussiedlung. Das Kind hinter der Scheibe weiß von alledem nichts, und den Gorilla scheint das nicht zu kümmern.

 

Foto: Mahran Mourad

Am Hals aufzuhängen ist dieser Flamingo – ein Druck auf einer Plastiktüte. Was haben sich die Kreativen und Marketing-Spezialisten dabei gedacht, als sie diese Idee entwickelten und auf den Markt brachten? Gesehen auf einer Gedenkfeier zum Kriegsende am 9. Mai 1945 im Treptower Park Berlin.

 

Foto: Gabriele Bastians

Das Foto zeigt einen Fischer im Hafen von Toulon auf seinem Boot. In seiner derben Lederjacke hat er einen sehr kleinen Hund untergebracht. Es berührte mich, wie liebevoll und schützend dieser kräftige, vom Wetter gegerbte Mann den kleinen Hund in seiner Lederjacke vor äußeren Einflüssen geborgen hatte - und wie praktisch zugleich. Überraschend fand ich, dass er sich als tierischen Gefährten einen so kleinen zierlichen Hund ausgesucht hatte. Und selten habe ich jemanden so selbstbewusst, stolz und unbeeindruckt in die Kamera blicken sehen.

 

Foto: Matthias Koch

Aus meiner Serie „Tote Tiere mit Blumen des Bedauerns“: In der Legehennen-Mast werden männliche Küken („Bruderküken“) nicht benötigt und deshalb sofort getötet.

 

Foto: anne k.

„Wenn Tiere nicht existierten, wäre die menschliche Natur noch unverständlicher.“
Die Arbeit gehört zu einer Dreierkombination von (gescannten) Sofortbildern. Sie ist Teil meiner Arbeit zum Projektkurs an der VHS Berlin Kreuzberg unter der Leitung von Sibylle Hoffmann mit dem Thema „Tiere wie wir“, der coronabedingt pausiert.
Ausgangspunkt für meine Arbeit ist das Essay von John Berger „Warum sehen wir Tiere an?“
Der Teil der meiner Arbeit, aus dem die drei Sofortbilder stammen, widmet sich der Beziehung zwischen einem Freund, dessen Lebensgefährtin schwer an Krebs erkrankt ist und seinem Hund Balou, den er zum Zeitpunkt der Diagnose aus dem Tierheim geholt hat. Balou hatte verhältnismäßig schwere Verhaltensstörungen, die inzwischen weitgehend bewältigt sind. Der Freund findet in Balou wiederum einen Gefährten in seiner Einsamkeit, welche die Krankheit seiner Lebensgefährtin mit sich bringt. Balou berührt den Freund in seinem tiefsten Inneren. In ihrer wechselseitigen Hilflosigkeit, ihren existentiellen Ängsten, sind sie sich Halt. Im Zusammensein mit beiden ist ihre daraus resultierende tiefe Verbundenheit jederzeit spürbar.

 

Foto: Gabriele Kuhlewind

Dieses Bild entstand in einem geräumigen Stall voller Schafe und Lämmer. 
Anders als die übrigen Schafe, die sich eher scheu oder gleichgültig verhielten, 
war dieses hier neugierig auf einen Heuhaufen geklettert, von dem aus es mich
 ansah und mein Tun (Fotografieren) genau beobachtete. Es ergab sich eine 
regelrechte „Session“ mit vielen Bildern. Ich spürte eine intensive Verbindung 
zu dem Tier und gleichzeitig den „Abgrund des Nicht-Verstehens“, wie ihn 
John Berger in seinem Essay „Warum sehen wir Tiere an?“ beschreibt.

 

Foto: Barbara Kenedi

Für die Ernährung des Menschen hatten Fische schon immer einen hohen Stellenwert. Dazu im Kontast ist ihre Position in der "Hierarchie der menschlichen Tierliebe". (Aufnahmen 2019, Beauty Point Pier, Tasmanien)

 

Foto: Bernd Kram

Dieses Foto entstand ende der neunziger Jahre, da machte ich eine Reportage über behinderte Menschen. Unter anderem auch auf dem dazu gehörigem Hof der Einrichtung.
Diese Vertrautheit, und fast schon tiefe Freundschaft zwischen Mensch und Tier habe ich noch nie erlebt.

 

Foto: Ludger Müller

Den Totenschädel und das anatomische Präparat fand ich in der Schaufensterauslage eines Deko-Ladens in Straßburg, der auch Antiquitäten verkauft. Beide, stilisierter menschlicher Schädel und echtes Präparat einer weißen Ratte, standen brüderlich vereint durch den Tod nebeneinander, bereit, um in einer mondänen Wohnung als Dekoration zu dienen. Im Tod sind Mensch und Tier letztlich Bruder und Schwester.

 

Foto: Fred Hüning

Seit mehr als zwei Jahren fotografiere ich wildlebende Pferdeherden in Brandenburg. Aus Interesse habe ich 2019 die parallel zur Grünen Woche stattfindende Pferdemesse Hippologica besucht. Wenn die in freier Natur lebenden Pferde das Paradies darstellen, ist die Hippologica die Vorhölle zum nicht artgerechten Umgang zwischen Mensch und Tier. Die akkurat frisierten und mit allerhand Bling-Bling „verschönten“ Pferde ste­cken in kleinen Boxen ohne Bewegungsfreiheit. An ihnen drängen sich Männer, Frauen und Kinder vorbei. Die Pferde werden praktisch im Vorübergehen gestreichelt. Sie werden unentwegt mit dem Smartphone in der ­einen Hand fotografiert, während die andere Hand ­einen Bierbecher oder einen Plastiksektkelch hält.

 

Foto: Franz Schmied

Rosi in der Mittagspause mit ihrem Frauchen in der Wäscherei.

 

Foto: Frauke Langguth

o.T. (Bruder Tier)

 

Foto: Walter Neiger

Bruder Tier?
Der Geltungsdrang unserer Gesellschaft war schon immer groß. Nach Anerkennung lechzend, liegt es natürlich nah, der ganzen Welt seine eigene kleine Welt präsentieren zu müssen. Was früher als Trophäe, zur Veranschaulichung seiner Macht und des eigenen Könnens, an der Wand oder auf dem Kaminsims endete, wird heute mit der zur Schaustellung von Haustieren aller Art (Cupcake-Hunden, Mini-Pigs, Chihuahuas, Rassekatzen usw.) in Form von Fotos, in den Sozialen Netzwerken exzessiv ausgelebt. 
Mit Bruder Tier oder Tierliebe hat beides nicht viel zu tun, endet die eine Form irgendwann verstaubt auf einer Müllhalde, verschwindet die zweite in den unendlichen Weiten des Netzes.

 

Foto: Enver Hirsch

Die Hamburger Tiertherapeutin Yvonne Sebestyen in einer telepathischen Sitzung mit Meerschweinchen Ernie.

 

Foto: K.T. Blumberg

Das Aussehen mancher Tiere kann Menschen ängstigen, aber auch Sympathie oder Zuneigung auslösen. Offensichtlich empfindet das Kind Furcht beim Anblick der brasilianischen Buckelzikade, auch wenn es sich nur um ein vergrößertes Modell aus Pappmaché und Kunststoff handelt. Zum Glück ist ein Begleiter zur Stelle, der schützend einen Arm um ihre Schultern legt.

 

Foto: Jens Elksnat

„Rückepferd" aus der Serie Grunewald, 2015
Berlin gehört zu den waldreichsten Städten in Europa, der Großteil des Berliner Waldes liegt innerhalb der Stadtflächen.
Im Jahr 2015 habe ich über mehrere Monate einen Revierförster im Grunewald begleitet. Der Grunewald ist seit über hundert Jahren Teil von Berlin, ein riesiger, dichter Wald mitten in der
Millionenmetropole. Er hat eine eigene S-Bahn Station, wird umsäumt von den Villenvierteln Westberlins und ist Erholungsgebiet für Millionen Besucher. Das Bild Rückepferd entstand im Herbst, als ich eigentlich eine Gruppe von Waldarbeitern während ihrer Mittagspause fotografieren wollte. Etwas abseits entdeckte ich dann aber das Rückepferd. Es wartete stoisch und unbeeindruckt darauf, einen weiteren gefällten Baum aus dem Dickicht zu ziehen.

 

Foto: Bernd Neubauer

„...und sie erkennen doch einander, gerade wenn es so unverhofft
geschieht wie hier in den Lechtaler Alpen, so dass sich Neugier und Respekt die Waage halten."

 

Foto: Uli Schaub

Ende Juli 2019, Elbdeich bei Glückstadt, hochsommerliche Hitze mit über 30 Grad, Menschen und Tiere freuten sich über jeden Flecken Schatten. Denkt man dabei noch ans Grillen?

 

Foto: Angelika Zinzow

Aus der Serie „Die letzten Badegäste“ – Am Ende der Bade­saison öffnet unser Freibad seine Pforten für die schwimmenden Pfoten. Ein Schwimmvergnügen der besonderen Art nicht nur für Hunde, denn manche ­Vierbeiner gehen nur mit Frauchen baden!

 

Foto: Kumo Taro

Der Asphalt-Dschungel nimmt sich ein weiteres Tierleben.

 

Das sechste Thema lautet: DAS GLÜCK AUF RÄDERN?
Dieses Mal geht es um das Verhältnis des Menschen zur Mobilität. Autos, Motorräder und Fahrräder als Objekte, Fetische, geliebt und gehasst, als rasante Fortbewegungsmittel, aber auch als Blechlawinen in den alltäglichen Staus. Das Auto als Statussymbol in einer Zeit, in der sich individuelle Mobilität stark ändert...

Wie bei den früheren Runden: bitte nur ein Bild (300 dpi, ca 14 cm breit) und Text per E-Mail an redaktion@photonews.de senden.

Einsendeschluss (für das Heft 11/20) ist der 30. September 2020.

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Kategorie: Nachschlag

Aus dem PHOTONEWS-Archiv IV

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Nachschlag

Neu: PHOTONEWS-Forum „Selbst“

Aufzeichnung Symposium Deutscher Fotorat

PHOTONEWS-Forum: „Bett“

PHOTONEWS-Forum: „Ich – Selbst“

Broschüre „Wege in den Beruf Fotografie“

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Broschüre „Wege in den Beruf Fotografie“

Atelierbesuche der Uni Hildesheim. Photonews-Beiträge online

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PHOTONEWS-Interviews: "Geld ist nicht alles – aber viel"

Konzept und Interviews von Andreas Herzau und Anna Gripp
erschienen im Jahr 2017

Folge 1 mit Jörg Gläscher
„Das war schon ein senkrechter Absturz.“

Folge 2 mit Maria Feck
„Auf Euch wartet keiner!“

Folge 3 mit Uwe Düttmann
„Viele Fotografen untergraben gerade ohne Ende die Preise.“

Folge 4 mit Julia Marie Werner
„Man muss immer dran bleiben...“

Folge 5 mit Götz Schleser
„Unter meiner Schmerzgrenze arbeite ich nicht.“

Folge 6 mit Boris Becker
„Das Erste muss ein Ja sein zu einer künstlerischen Existenz.“

Folge 7 mit Tamina-Florentine Zuch
„Ich habe so viel mit dem Jetzt zu tun...“

Folge 8 mit Prof. Roman Bezjak
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Folge 9 mit Klaus Willenbrock
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Kategorie: Nachschlag

Photonews-Forum: „Grenzen“

Juni 24, 2020 by

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Nach Redaktionsschluss

Broschüre „Wege in den Beruf Fotografie“

Atelierbesuche der Uni Hildesheim. Photonews-Beiträge online

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Photonews-Forum "Grenzen"

Mittlerweile sind die Grenzen Europas wieder offen, doch die coronabedingten, temporären Schließungen waren für viele eine nachdrückliche Erfahrung. Auch Bilder der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze tauchen in diesem Forum auf. Andere Photonews-Leserinnen und -Leser haben das Thema "Grenzen" assoziativ visualisiert. Sehen Sie selbst:

Foto: Norbert Enker, Übergang Waltersdorfer Chaussee, 1.10.1990

Zwischen Dezember 1989 und März 1992 habe ich den Fall der Mauer und die Veränderungen im ehemaligen Grenzgebiet in Berlin fotografiert. Mir schien es damals schon wichtig, diesen Prozess der Vernarbung einer geschichtlichen Wunde zu dokumentieren, insofern betrachte ich meine Arbeit als fotografische und historische Spurensicherung.

 

Foto: Sonja Deppisch

Grenzen sind Konstrukte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Aus der Serie "Der Kiebitz kurz vorm Übertritt" (seit 2018).

 

Foto: Gerhard Westrich

Sternenklare Nacht an der Oder im Oderbruch bei Gross Neuendorf, Gemeinde Letschin im Landkreis Märkisch-Oderland.
Brandenburg, Groß Neuendorf, 04.04.2020
Begrenzte Arbeitsbedingungen mit Abstandsregeln usw. haben mich im April zur deutsch-polnischen Grenze an die Oder fahren lassen um dort einen grenzenlosen Sternenhimmel zu fotografieren. Leider hatte ich nicht beachtet, dass in dieser Nacht ein ziemlich heller Mond die Erkennbarkeit der Sterne deutlich beeinträchtigen wird. Dafür konnte ich meine Umgebung sowie die mich umkreisenden Biber ziemlich gut erkennen. Ein paar nette Fotos waren so natürlich trotzdem drin, wenn auch anders als geplant.

 

Foto: Elke Linne

Ich lebe als Deutsche in Kreuzlingen / Schweiz, nur wenige hundert Meter entfernt von der Grenze zu Konstanz. Während der Corona-bedingten Grenzschließung habe ich die Situation entlang der Übergänge zwischen den beiden Städten beobachtet und fotografiert.
Besonders die getrennt lebenden Familien und Partnerschaften ohne Trauschein waren von der Grenzschliessung betroffen und setzten viel Kreativität ein, um sich an den Grenzzäunen zu treffen, zu feiern und Gesellschaftsspiele durchzuführen - allen widrigen Umständen zum Trotz!  Beliebter Treffpunkt von Paaren waren die Lücken im Zaun, Die nach und nach geschlossen wurden.

Foto: Thomas Brenner

Die Definitionen von sinnvollem Sicherheitsabstand, Quarantäne, Kontaktverboten oder dem Gefühl, eingesperrt  zusein, verschwimmen in diesen Tagen sehr oft…

 

Foto: Klaus Frahm

Sicherheitszaun für G8, Heiligendamm, 2007

 

Foto: Horst Gottfried

»The Wall«, ein Bild, das nur in Berlin entstehen konnte. Das Foto aus dem Berlin-Kreuzberg vom Ende der 70er Jahre macht mich ganz wehmütig, erinnert es mich doch an die vielen Motive im Westberlin dieser Ära, die ich damals in meiner jugendlichen Unfokussiertheit übersehen und leider nicht fotografiert habe. Als spontaner Titel heute fällt mir ein »Als die Welt noch in Ordnung war«.

 

Foto: Jutta Schmidt

Im Januar 2020 erfolgte in der Dortmunder Innenstadt die größte Evakuierungsmaßnahme in der Geschichte der Stadt. Wegen des Verdachts auf vier Bomben-Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg mussten 13000 Anwohner mussten die Innenstadt räumen- mit ihnen sämtliche Fahrzeuge. Die ambivalente Stimmung zwischen Straßensperren und absoluter Stille habe ich in der Nacht vor der Bombenentschärfung  festgehalten.

 

Foto: Martin Kunze, aus "GRENZLAND"

"Skulpturenpark deutsche Einheit" auf dem ehemaligen Grenzstreifen DDR/BRD.
2004 bin ich auf dem ehemaligen deutsch-deutschen Grenzstreifen entlang gewandert. Beim früheren Grenzübergang Eußenhausen/Henneberg zwischen Mellrichstadt und Meinigen
grüßte ein bunter Barbarossa in Stahl und Glas einen grauen Bundesadler.

 

Foto: Christoph Busse

Dieses Foto entstand vor etwa zehn Jahren in Hrensko, dem Grenzdorf zwischen Tschechien und Deutschland, direkt an der Elbe in der sächsisch-böhmischen Schweiz. Ich war damals im Auftrag der FAZ für eine Reportage über den Handel und Wandel an der deutsch-tschechischen Grenze unterwegs. Auf tschechischer Seite tummelten sich eine Unzahl fliegender Händler, um ihren billigen Nippes an deutsche Schnäppchenjäger zu verkaufen. Schuhe, Büstenhalter, Gartenzwerge und eben auch diese sensationellen Handtücher, säuberlich aufgereiht am Gehweg. Vor Sandsteinkulisse.
In den 80ern stand ich mit meinen Eltern hier ab und zu in der Warteschlange, denn Tschechien war damals für DDR-ler eines der wenigen Länder, in die man relativ frei reisen konnte. Ich spürte einen Hauch Westen, eine andere, buntere Warenwelt, da hinter der Grenze. Schon damals, als Halbwüchsiger, spürte ich Beklemmung an Grenzübergängen, die staatliche Autorität. Das ist bis heute so geblieben, auch wenn das heute glücklicherweise ja kaum mehr so ist.
Für mich hat dieses Bild demnach mehrere Dimensionen: Einerseits die Gedanken an das graue Damals, andererseits an das bunte Heute. Aber nicht zuletzt keimte beim Finden des Motivs eine wichtige Frage auf: Gib es Grenzen des guten Geschmacks? Ich glaube, ich muss mal wieder hin, ins Grenzgebiet!

 

Foto: Martin von den Driesch

Dies ist Ahniet, die ich zusammen mit ihrer Mutter direkt am russisch-mongolischen Grenzübergang getroffen habe, frühmorgens um 7:30 Uhr. Dieser Grenzübergang ist nur von 8 bis 19 Uhr geöffnet, daher gilt es, möglichst früh einen guten Stellplatz zu ergattern. Während der Reisebus, in dem Ahniet und ihre Mutter fuhren, schnell durchgewinkt wurden, mussten wir insgesamt 8 Stunden mit der Grenzkontrolle verbringen – eine ziemliche Tortur!

 

Foto: Dörte Hausberg

Das Foto zeigt meine, zu der Zeit noch teilweise geschlossene, Lieblingseisdiele in KIel. Für mich bedeutet ein Eis im Sitzen zu genießen, diese lange vermisste Freiheit.

 

Foto: Markus Caspers

Grenzen sind Symbole; manchmal werden sie pseudofunktional überhöht und materialisiert, damit es nicht nach willkürlicher Grenzziehung aussieht, sondern nach sinnvoller Abgrenzung im letzten Stande der Technik.

 

Foto: Sabine Wild

Territorium, das
Ein von Grenzen eingefasster räumlicher Bereich, auf den ein Hoheitsanspruch erhoben wird. (Duden)

 

Foto: Kai Wiedenhöfer, Bethlehem, Januar 2018

Ein Panorama aus dem Buch WALL & PEACE, das Ende 2020 bei Steidl erscheint und 91 Bilder zeigt: die israelische Mauer fotografiert zwischen 2003 und 2018.

 

Foto: Ulrich Dahlinger

Eine Situation, die zum Philosophieren über Grenzen einlädt...
Begrenztheit, Bewegung, Isolation, Enge, Weite, Fortschritt, Stillstand...

 

Foto: Werner Mansholt, Island 2019

Das Bild entstand im letzten Jahr bei Regenwetter in Island an der Südküste in einer vollkommen einsamen Gegend. Ein Bauernhof lag rundum eingezäunt etwas abseits der Straße. Über etwa 30 bis 50 Meter war Damen-Unterwäsche in bunter Farbpracht  auf dem Grenzzaun aufgehängt.
Mir kam die Szenerie extrem vor,  ich war schwankend zwischen Schmunzeln und Assoziationen zu Film-Bildern.
Alle Grenzen der Phantasie sind hier denk- und überschreitbar, vom Sex-Monster im Horror-Film bis zur MeToo-Debatte.
Was aber eigentlich dahinter steckt, ist offen; niemand war in der Nähe, den ich hätte fragen können.

 

Foto: Helmut Kunze

Das Bild zeigt eine Spur der Autobahn im ehemaligen Kontrollpunkt Dreilinden vor dem Bau der neuen Autobahn zwischen dem damaligen Berlin-West und der DDR. Die jetzige Stimmung in diesem Areal ist vergleichbar surreal wie die damalige politische und geografische Situation Berlins.

 

Foto: Stefan Krebs

Als ich von ein paar Jahren in einer Universitätsstadt auf Motivsuche war und völlig unerwartet die Fassade dieses Studentenwohnheims erblickte, hat es mir fast die Sprache verschlagen. Wie kann man nur zur Maximierung der Mieteinnahmen mit einem Hausbau so an die Grenzen des Machbaren und Erträglichen sowie an die Grenze des 'Stapelns von Studenten auf engstem Raum' gehen? Ich habe so etwas vorher und nachher nie wieder gesehen.
Das Aussehen und die Wirkung dieser Fassade gehen für mich auch an die Grenze der Hässlichkeit und des Anstands.
Eigentlich empfinde ich, dass mit diesem Haus auf sehr vielen Ebenen alle Grenzen des Anstands, der Würde der in diesen Räumen lebenden Menschen, der Architektur, der Ästhetik, ... ganz deutlich überschritten sind. Auch nach vielen Jahren wirkt dieser Anblick extrem verstörend auf mich. Man ist im eigenen Land, passiert keine Grenze, aber auf ein paar hundert Quadratmetern Grund und Boden wird eine Grenze nach der anderen gezogen und überschritten.

 

Foto: Karsten de Riese, aus „Deutschlandbilder – Die Grenze 1982 – Nov. 1989“

Dreier-Portrait zwischen zwei Soldaten und dem Betrachter. Im Allgemeinen verstehen wir unter ­einer Grenze etwas Trennendes, zugleich ist sie aber auch immer etwas zwischen etwas. Dieses Bild ist das Ergebnis einer spontanen Begegnung zwischen zwei Schwerbewaffneten und dem Fotografen bzw. jetzt dem Betrachter. Etwas passiert zwischen diesen Dreien, eine Verunsicherung, eine ­Resonanz. Etwas, was verändert. Bröckelt die Grenze im Kopf?

 

Foto: Bernd Mathis

Ein "davor" und ein "dahinter", so subtil können Grenzen sein. Das Pellwormer Schaf ist sichtbar geschützt, obwohl es um nichts geht. Ich nehme ihm das Gras zum Fressen nicht weg, trachte nicht nach seinem Leben. Und ich bin sicher, dass auch das Schaf mir gegenüber keine üblen Gedanken hegt. Nur: ich könnte über den Zaun klettern...

 

Foto: Giulia Facciolo

Das ist ein Moment, den ich „Stars at Night“ benannt habe. Bei dem Versuch, das Thema „Das Große im Kleinen“ zu interpretieren, verschwamm in einer Pfütze die Grenze zwischen innerer und äußerer Welt.

 

Foto: Friedhelm Petrovitsch

Ein tibetischer Freund führte mich, Mantras murmelnd, zu einem Platz der Himmelsbestattung, einige Kilometer entfernt vom Kloster Labrang in der chinesischen Provinz Gansu, 
nach Norden steil aufragende Felsen, im Süden weites Grasland.
Leichenbestatter bringen den in weiße Tücher gehüllten Toten vor Sonnenaufgang zum Bestattungsplatz, zerteilen die Leiche mit Messern und Beilen und überlassen sie Geiern zum Fraß.
Nach tibetischem Glauben tragen die Geier den Verstorbenen ins Bardo, einen Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt.
Grenze wird zur Metamorphose.

 

Foto: Wolf Böwig, Chios/Griechenland - Februar 2020, analoger FB-print, coloriert, 30x40cm

Vier Monate dauerte die Odyssee aus Idlib nach Griechenland ins Flüchtlingslager Vial: Jamina und ihr Sohn Mohamad erreichen Chios Anfang Februar 2020. Der Fotograf hält via whatsapp regelmäßig Kontakt.

 

Foto: Waltraud Frese, „ Grenzen in Coronazeiten“, 2020, Montage

Architektur setzt Grenzen, Architektur hebt Grenzen auf und öffnet neue Räume.
Meine Architekturfantasien in Coronazeiten verstehen sich als eine Homage auf Piranesis „Carceri“ aus dem 18. Jh. Er führt uns in fantastische Räume, die, indem sie sich öffnen, uns auch gleichzeitig auf unsere Begrenzungen verweisen.

 

Foto: Daniel Sadrowski

Hilfslinien erinnern uns an Grenzen, die uns gegenseitig schützen sollen.

 

Foto: Thomas Adermann

Halt! Bis hierhin und nicht weiter. Die Grenzen sind klar zu erkennen. Das Foto entstand im Mai 2020 in Düsseldorf.

 

Foto: Piero Chiussi

Melilla, 2014. Der Golfplatz der spanischen Stadt Melilla, eine 13 km2 große europäische Enklave auf afrikanischem Boden. Der Golfplatz befindet sich direkt an der Grenze zu Marokko. Diese Grenze wird von einem einem 7 m hohen und schwer befestigten Zaun geschützt, um Migranten davon abzuhalten, die EU zu erreichen. Im Hintergrund, bedeckt von den Wolken, ist der Berg Gurugú zu sehen, wo nach inoffiziellen Informationen fast 30.000 hauptsächlich aus der Sahara stammende Migranten auf die Chance warten, den Grenzzaun zu überqueren und Europa zu erreichen.

 

Foto: Ruth Stoltenberg

Dieses Foto zeigt das ehemalige Zollhäuschen in Bad Mondorf an der luxemburgisch-französischen Grenze. Gleich nebenan liegt das luxemburgische Winzerdorf Schengen, wo einst das Abkommen zur Abschaffung der innereuropäischen Grenzkontrollen unterzeichnet wurde. 25 Jahre lang wurde hier nicht mehr kontrolliert, doch ausgerechnet das Corona-Virus hat das offene Europa wieder ein wenig zurückgestellt und dafür gesorgt, dass wieder Grenzkontrollen eingeführt wurden. Viele ältere Bewohner der Grenzregion fühlen sich dieser Tage an alte Zeiten erinnert, als hier Zollbeamte in Uniform ihren Dienst leisteten. Für die jungen Leute, die in einem vereinten Europa groß geworden sind, ist dies eine ganz neue Erfahrung.
Das Foto wurde 2015 aufgenommen und ist aus dem Buch „Schengen“, das 2018 beim Kehrer Verlag erschienen ist.

 

Foto: Jürgen Grade

Blick auf einen braunen, schmalen, schilfgesäumten Flusslauf, in dem ein Tau eine Grenze in der Mitte kennzeichnet. Das Bild entstand an der Stelle des Flusses, an der laut biblischer Überlieferung Johannes der Täufer die Taufe an Jesus vornahm. Die Teilung des Flusses in der Mitte entspricht der Grenze zwischen Israel und Jordanien. Von israelischer Seite wird die Grenze durch Militärposten beobachtet, von jordanischer Seite erreicht man den Fluss nur duch eine Art Niemandsland. Ein
unspektakuläres Foto auf einen Ort voller Geschichte aus alter und neuer Zeit...

 

Foto: Joachim Trautner

An der Grenze Konstanz/Deutschland und Kreuzlingen/Schweiz wurde 2006 der letzte Grenzzaun entfernt. Seitdem war es eine grüne, offene Grenze. Ein Sinnbild vom grenzenlosen Europa.
Der Grenzverlauf wird durch große Tarot-Zeichen gekennzeichnet. Es war die erste Kunstgrenze. Dann kam die Corona-Krise und innerhalb von Stunden wurde auf beiden
Seiten der Grenze wieder ein Grenzzaun aufgestellt.
In der Folge wurden Familien, Paar, Freunde, etc. getrennt. Besuche waren nicht mehr möglich. Man traf sich um Zaun um sich zu unterhalten. Ich selbst konnte keine Freunde in Konstanz mehr treffen. Zum Glück ist dieser Spuk inzwischen wieder vorbei und die Zäune sind abgebaut.

 

Foto: Tristan Vankann

Ein Sommer in Frankreich. Die Sonne brät den Asphalt, den zu betreten Barfuß lebensgefährlich ist. Flirrende Luft verzauselt die ausgedörrten Köpfe und selbst die richtungsweisenden Verkehrssymbole beginnen sich in ihren Strukturen aufzulösen.
Wo soll das alles nur hinführen? Orientierungslos hängt meine Kamera im sumpfigen, ausdünstenden Teer und vernebelt mir die Sinne. Grenzen?

 

Foto: Peter Czikowski

Im Rahmen eines kleinen Projektes "ich | du" habe ich nachts Fenster von Einzelhäusern fotografiert: es wird ausgegrenzt, abgeschottet, mal weniger, hier mehr.

 

Foto: Christine Hübner-Berlepsch

In den Sommermonaten 2017 gab es in den alpinen Höhenlagen des Schweizerischen Bergells einen weitläufigen Kunstraum unter freiem Himmel, der lediglich zu Fuss erwandert werden konnte. Das Kunstprojekt hiess „Arte Albigna“ und zeigte Werke und Installationen von rund einem Dutzend Schweizer Künstlerinnen und Künstlern. Das höchstgelegene Kunstwerk des Projekts befand sich auf 2565 m.ü.M. in einem kleinen, stillen Bergsee, wo es dem Betrachter ein surreal anmutendes, zauberhaftes Seherlebnis verschaffte: Es zeigte, just an der Schwelle zur Vegetationsgrenze, sanft dahintreibende Seerosen! Es handelte sich dabei um das Werk „Nymphea Alba“ von Remo Albert Alig.

 

Foto: Claudia Wolf

Dieses Foto habe ich am 7. Juli 2017 im protestantischen Teil von West-Belfast gemacht. Jedes Jahr werden in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli dort, wie auch in anderen Städten Nordirlands,  die sogenannten "bonfires" angezündet, um den Sieg des protestantischen Königs Wilhelm von Oranien über den katholischen König James II in der Schlacht am Boyne (1690) zu feiern. Mein Eindruck war, dass besonders in West-Belfast in den Köpfen vieler Belfaster Bürger*innen dieser Konflikt um Religion, Nationalität und Identität noch immer präsent ist, durch diese "Tradition" im wahrsten Sinne des Wortes befeuert und an die nächste Generation weitergegeben wird. Zu sehen sind drei männliche Jugendliche auf einem hohen Stapel von Holzpaletten, welcher dann in besagter Nacht abgefackelt wird und im Vorfeld eine zeitintensive Freizeitaktivität darstellt. Hinten links ist ein Teil der "peacewall" zu sehen. Die Tore dieser Mauer und der Zaun werden nach wie vor abends um 18 Uhr geschlossen, um Auseinandersetzungen zu minimieren. Das Hochhaus im Hintergrund liegt im katholischen Viertel und war im jahrzehntelangen Nordirlandkonflikt immer wieder Brennpunkt gewaltvoller Auseinandersetzungen. Dieses Foto visualisiert historische / politische und gesellschaftliche /zwischenmenschliche Grenzen. Die jährlichen "bonfires" manifestieren diese meines Erachtens und erschweren eine endgültige Versöhnung.

 

Foto: Daniel Stemmrich

In den Agrarwüsten Ostvorpommerns fand ich diese Grenzmarkierung zum Schutz eines winzigen Stückchens "unberührter Natur". Welch einen Wert muss das haben!? Wie fragil ist dieser Grenz-Schutz! Sicher ist eine Verletzung dieser Grenze strafbewehrt, aber wer bewacht sie? Ist das meine Aufgabe?

 

Foto: Markus Hoffmann

Die Sporthalle als Raum für Spielfeldgrenzen, aber auch für Sportlerinnen und Sportler, die häufig über ihre eigenen Grenzen hinauswachsen.

 

Foto: Walter Neiger

Diese Aufnahme entstand mit einer zeitlosen Keksdosen-Pinhole in der Ausstellung "Zeit los lassen / Poesie am Ort der letzten Ruhe". 26 Wortbilder von Matthias Zurbrügg gibt es auf dem Friedhof am Hörnli in Basel zu entdecken, sie laden dazu ein, die Zeit los zu lassen und den eigenen Gedanken grenzenlosen Freiraum zu geben.

 

Foto: Ralf Meyer, CANTAT-3 / AC-1

Um den Datenfluss per Internet herzustellen, sind die Kontinente der Erde durch Kabel miteinander verbunden. Mehr als 300.000 Kilometer unterseeisch in den Ozeanen verlaufender Glasfaserkabel überwinden alle Grenzen und ermöglichen eine weltweite Vernetzung.
Diese Kabel landen an vier "Seekabelendstellen" (SKE) benannten Orten unterirdisch an der Nord- und Ostseeküste in Deutschland an. An einem dieser Punkte, bei Westerland auf Sylt, entstand diese Fotografie.
Seit der Enthüllungen Edward Snowdens wissen wir um die vollzogene Überwachung der weltweiten Internetkommunikation durch die NSA und das britische Spähprogramm Tempora.
Nun sehen wir auf den Fotografien trotz unsichtbar geführter Informationsleitungen Orte vollzogener Spionage per Datendiebstahl und potentieller Bedrohung durch terroristische Anschläge.

 

Foto: Vera Nowottny

Grenzen - Corona konfrontiert uns immer wieder und nachhaltig mit Grenzen, die Natur jedoch ignoriert die Pandemie und lässt sich keine Grenzen setzen. Ein Bildpaar aus meinem C19 Projekt (work in Progress).

 

Foto: Wolfgang Sonnemann

Das Foto zeigt Panzersperren als Teil des Westwalls im deutsch-belgischen Grenzgebiet. Unweit von hier tobte eine der grausamsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Ein grausamer Feind namens Covid-19 hat diese Grenze wiederbelebt. Das Virus tötet. Wie Mahnmale stehen diese Sperren nun für die Toten der Pandemie diesseits und jenseits der Grenze.

 

Foto: Inge Widauer

Der "Stacheldraht"-Zaun ist für mich das Symbol für Aus-, Ab- bzw. Eingrenzung, das auch weltweit von Menschen als solches verwendet wird. Neben den von der Natur vorgegebenen Grenzen sind unzählige von Menschen geschaffen und oft schwer nachvollziehbar. Jede Grenze hat, wie alles, zwei
Seiten und Sinn und Zweck liegen in der Perspektive der Betrachtung.

 

Foto: Hans-Günther Siedka-Bauer

Hokusais große Welle klatscht zwischen Fenstern an die Hauswand. Nur eine provisorische Fußgängersperre bewahrt den staunenden Betrachter scheinbar vor nassen Schuhen.

 

Foto: Michael Wölfel

Die Mauer erinnert an eine Sperranlage, welche Menschen am Eindringen bzw. Ausbrechen hindern soll, hat aber zum Glück nur die Aufgabe, eine Ansammlung von Mineralbaustoffen vor fremden Blicken zu schützen.

 

Foto: Evelyn Victor

Die Einrichtung im Eigenheim spiegelt unsere Seele. In dieser Serie sind die „eigenen vier Wänden“ zu sehen, die zu Grenzen werden: es darf nichts rein, es darf nichts raus. Eine Folge von erfahrenen und nicht verarbeiteten Traumata, wie hier von Kriegskindern in Deutschland, ihrer Erziehung, Indoktrination der NS-Ideologie sowie den Kriegserlebnissen. Ihr Leiden haben sie unwissend an ihre Kinder, die Kriegsenkel*innen, weitergegeben, sichtbar an somatischen und psychischen Störungen. Bei denen, wo das Erlebte so schrecklich für sie war, dass sie es abspalteten, ist ihr Leben starr geworden. Veränderung findet nicht mehr statt. Die eigene Grenze ist eng.

 

Foto: Uli Schaub

Eine Grenze mitten in der Stadt. Die Rückseite der Nordkoreanischen Botschaft in Berlin-Mitte. – Hat dieser Korb jemals einen Ball gesehen? Wer hat ihn dort aufgestellt? Und für wen? – Ein merkwürdiger Ort.

 

Foto: Ernst Winkler

AB-GRENZEN! Nudist an einem Baggersee in der „Metropolregion Rhein-Neckar“.  Dort tummeln sich im Sommer Menschen zahlreicher Nationalitäten, die in den Industrie-
und Großstädten Mannheim und Ludwigshafen arbeiten und leben. Er zeigt Flagge und setzt Zeichen. Gibt zu verstehen, dass das "sein Territorium" ist.

 

Foto: Claus Rottenbacher

Das Bild stammt aus meiner Serie "NonPlusUltra". Die Serie untersucht die sagenumwobene, seit über 300 Jahren zu England gehörende Halbinsel Gibraltar vor dem Hintergrund der Jahrhunderte alten Grenzsituation mit Spanien. Seit dem Frieden von Utrecht 1713 ist Gibraltar britisches Überseegebiet und als einer der südlichsten Punkte Europas ein brisanter geopolitischer Ort. Neben dem militärischen Aspekt ist Gibraltar auch deshalb so besonders, weil England hier eine Landgrenze zur EU hat. Spanien hat Gibraltar nie voll anerkannt. Erst jüngst im Zusammenhang mit dem Brexit hatte Spanien den Status erneut thematisiert. Wie kann es sein, dass im Europa des 21. Jahrhunderts Landgrenzen in Frage gestellt werden, die seit 300 Jahren existieren?

 

Foto: Folke G. Matthes

Denn nur die Vögel sind wirklich frei.

 

Foto: Frieder Blickle, "drachenzähne - dragon’s teeth"

panzersperre, teil des alpenwalls auf der hochebene von plamort, an der österreichisch-italienischen grenze, rund 500 meter lang.
lärchenpfähle, die im betonfundament im moorboden stehen
und mit betonspitzen ummantelt wurden.
in der weiteren umgebung bunker und andere grenzbefestigungsanlagen.
heute unter denkmalschutz und wanderziel.

als ich das erste mal ein altes verbleichtes farbbild von den drachenzähnen in einem buch in südtirol sah, war ich neugierig, was von der grenzbefestigung nach gut 70 jahren noch erhalten war. bin im winter mit schneeschuhen aufgestiegen. ich hätte die drachenzähne im nebel und schnee ohne gps nicht gefunden.

wie die sicht auf eine grenze wechselt: militärisches bauwerk – denkmal – ?
aufnahme winter: 13. märz 2011, aufnahme kombination: 14. juni 2017 (keine photomontage)

 

Foto: Andrea Regensburger

Eine Grenze, die täglich Tausende von Menschen überschreiten, wahrscheinlich ohne dies überhaupt zu registrieren.

 

Foto: Christoph Schimke

Die thailändischen Mönche blicken über den  Grenzfluss Mekong nach Laos.

 

Foto: Tobias Klostermann

Hoch oben über der Welt, in der vollkommenen Stille, die man nur im Korb eines Gasballons erleben kann, finde ich die Motive für meine Serie "Stille Reisen". Dieses in etwa 1.000 Metern Höhe aufgenommene Bild des Wiehengebirges bei Porta Westfalica zeigt eindrücklich, wie Bergketten als natürliche Grenzen ganze Landstriche voneinander trennen. Die Fernsicht eines kalten, klaren Wintermorgens im Dezember 2016 überwindet diese Grenzen und lässt die tatsächliche Dimension der Landschaft auf ein geradezu unwirkliches Maß schrumpfen: Am rechten Bildrand ist sogar noch der rund 150 Kilometer entfernte Brocken im Harz zu sehen.

 

Foto: Markus Ackermann, aus "Areal"

Gewerbegebiete - Areale der Wirtschaft. Infrastrukturell gut durchdacht, um die logistischen Abläufe der Vermarktung zu optimieren. Globalisierte Warenströme erreichen hier den Konsumenten. Diese Gebiete, auch positivistisch als „Gewerbepark“ oder kraftvoll als „Dienstleistungszentrum“ bezeichnet, werden von den Städten und Gemeinden in ihren Bebauungsplänen festgelegt. Strukturierung, Segmentierung und Flächenversiegelung sind Stichworte, die beschreiben, wie wir mit unserer wichtigsten Ressource, der Natur, umgehen.
In meiner Arbeit zeige ich Nebenschauplätze, Rand- und Übergangszonen der Flächen dieser Gebiete. Strukturelle Eigenschaften der Zonen und deren Bebauung und der Umgang mit Raum sind weitere Aspekte der Serie. Die Kultivierung der Natur findet in begrenzten „Grünflächen“ der Areale statt. Neue Flächen werden erschlossen. Die dabei entstehenden Brachen erscheinen oft als „Unorte“ im Prozess der Transformation.
Die Betriebsamkeit der an Sonntagen zur Ruhe gekommen Gewerbegebiete ermöglichte mir Aufnahmen ohne die Anwesenheit von Menschen. Die bewusste Reduzierung dieses narrativen Bildelements eröffnet in Zeiten der Pandemie eine weitere konnotative Ebene der Bilder, die so nicht beabsichtigt war.
Die bis dato erstellten Aufnahmen entstanden 2020 in verschiedenen Gewerbegebieten in Rheinland Pfalz und Baden-Württemberg.

 

Foto: Frank Kunert

Ein Hindernis wird durchlässig: Der Blumenladen, der sich in die Grenzmauer einschmiegt, hat geöffnet.
Mauerblümchen, 2019, Fotografie eines Miniaturmodells; zu sehen bei der RAW Phototriennale Worpswede bis zum 1. November 2020.

 

Foto: Heinrich Tilly

Als Vermessungsingenieur habe ich mich viele Jahre mit Grenzen beschäftigt. Dabei ist mir aufgefallen, wie verbittert um wenige Zentimeter gestritten wird.
Der scheinbar friedliche Eindruck des Urlaubsfotos von Gran Canaria täuscht. Konfliktpotential ist absehbar.
Was passiert, wenn Unbefugte die Grenze überschreiten, die Liege verschieben oder mit einem Badetuch ihren Besitz abgrenzen?
Dann wird gezankt wie um eine Grundstücksgrenze. Es werden Urinstinkte wach, trotz der saloppen Erkenntnis von der angeblichen Grenzenlosigkeit unserer Welt.

 

Foto: Dieter van Riel

Volkssolidarität – ein Paradoxon
Berlin, Bernauer Straße, ca. 1975. Deutsche Vergangenheit. Ein Tag zur Nazivergangenheit, ein Kreuz zum Gedenken der Maueropfer, zwei Grenzsoldaten mit schussbereiten Waffen mitten im Todesstreifen... und im Hintergrund der KLUB DER VOLKSSOLIDARITÄT.

 

Foto: Barbara Kenedi

Schrecklich, eingesperrt zu sein im nationalen Rot-Weiß-Rot.
Endlich öffnen die Grenzen wieder!

 

Foto: Hans Schlimbach

Mitten im Feld, mitten auf der Weide: Ein Areal mit Zaun und Stacheldraht. Und weit und breit nichts, was darin eingeschlossen wird. Oder doch, bei genauerem Hinsehen: Zur Boden-Befestigung wurden Kolonnenwegplatten der ehemaligen Grenzsperranlagen der DDR verlegt.
Wikepedia: Zu DDR-Zeiten diente er den DDR-Grenztruppen dazu, jeden Punkt der Grenze möglichst schnell mit Fahrzeugen zu erreichen.
Zwischen dem Kolonnenweg und der eigentlichen Grenze befand sich dann noch der Kontrollstreifen und der Grenzzaun bzw. die Grenzmauer. Und jetzt liegt er wieder am Stacheldraht entlang...

 

Foto: Sandra Köstler

Durch den Osdorfer Wald im Süden Berlins verlief die Berliner Mauer. Ungefähr die Hälfte des Waldes wurde damals für den Bau der Grenzanlage gerodet und nach dem Fall der Mauer mit einem lichten Laubwald neu bepflanzt. Der übrige Wald – ungleich dichter und düsterer – lag im Sperrgebiet und war fast drei Jahrzehnte lang unzugänglich. Nichts erinnert heute an den ehemaligen Grenzverlauf, nur die zwei unterschiedlichen Atmosphären des Waldes, die ich in meinem Projekt "Sperrgebiet" erkundet habe, verweisen darauf.

 

Foto: Reinhold Kilbinger

Das Foto ist Teil einer Serie, die ich in einem Museum gemacht habe. Einer der Räume nahezu leer. Grauer Beton an Wänden und ­Boden, Tageslicht aus einem für die Raumgröße kleinen Fensterband von oben links. Ich war schon mehrfach in diesem Raum, der eigentlich in der Grundfläche ziemlich groß ist, aber durch seine Höhe wie ein „quadratischer“ Zylinder wirkt und dadurch eng wird. Ich hatte, möglicherweise durch die Ausstellung oder auch nur eines der Objekte angeregt, die eher spontane Idee, meine ­Begleiterin zu bitten, sich in eine Raumecke zu stellen. Sie hatte das Gefühl, „in der Ecke“ zu stehen. Für mich war es zusätzlich das Gefühl des vor einer Wand Stehens, des nicht Weiterkommens, einer ­Begrenzung in alle Richtungen; es geht nur noch zurück.

 

Foto: Peter Christmann

Flughafen Frankfurt/Main: Die Innenwelt eines Airport Terminals. Reisende warten und betrachten die Außenwelt. Ein Raum für Passagiere, in dem Natur und „heile Welt“ via Fototapete simuliert sind. In dieser „Transitraumbehaglichkeit“ sind sie abgegrenzt von einer äußeren Welt, die - mit der Bereitstellung von Technologie - Fluchten in andere, oft weit entfernte, Orte und Kulturen möglich macht. Flugzeuge, die als leistungsfähige Transportmittel, die Überwindung von Grenzen durch eine effiziente Technik und stark dynamisierte Fortbewegung ermöglichen, werden beladen, betankt, gewartet. Die Natur, der Wald - fotografisch plagiiert - ist zum Wanddekor reduziert und dient als surreal wirkendes Surrogat einer Welt, die uns sukzessiv verloren geht. Grenzerfahrung für Passagiere.

 

Foto: Martin Hufnagel

Flüsse sind seit jeher sowohl trennende wie auch verbindende Topografien. Ich lebe im Dreiländereck D/F/CH. Dem Rhein, mythen- und müllbeladen, begegne ich nahezu täglich. Er bildet hier die Grenze zwischen diesen drei Ländern, ist aber seit langer Zeit ebenso grenzüberschreitend identitätsstiftend. Wurden früher die Baumstämme aus dem Schwarzwald zum Schiffbau der Seemacht Holland viele hundert Kilometer über ihn geflösst, ist er heute weiterhin wichtiger Transportweg für die Anrainer und über die Seitenkanäle auch weit ins entferntere Hinterland. Zu Zeiten Goethes war die Überquerung des meändernden Flusses ein Abenteuer, heute überquert man den begradigten Fluss in wenigen Augenblicken.
Nach einer Arbeit über die Rhone widme ich mich in einem Langzeitprojekts dem Rhein, etymologisch entstammen beide Namen dem indogermanischen und später altgriechischen Wurzel für "fließen". Das Foto eines Altrheinarms wurde ca. bei bei Km 200  von einer Grenzbrücke zwischen Deutschland und Frankreich in der Morgendämmerung aufgenommen. Wie man sieht, kommt man auch heute in einer Dokumentation über den deutschesten aller deutschen Flüsse nicht um romantische Bilder herum.

 

Foto: Andreas Thurm

Den Grenzen Grenzen setzen. Es handelt sich hier um eine Aufnahme aus meiner Serie "nothing is real, nothing is unreal". Diese Serie, die ich seit ca. 5 Jahren mehr oder weniger kontinuierlich fotografiere, besteht zum Großteil aus Motiven, die die absurden Banalitäten des Alltages widerspiegeln bzw. durch die Fotografie erst sichtbar machen.

 

Foto: Daniel Radenbach

Der Begriff "Grenze" ist für viele, insbesondere für mich (10 Jahre Westberlin) ohne Stacheldraht nicht denkbar. Vielleicht eine sehr abgegriffene, schlichte, aber für mich unvermeidbare Assoziation. Anbei ein Foto von ca. 1969, nahe der Glienicker Brücke, wo die Grenzlinie gerade am Rande des Gehwegs lag, damals noch abgesichert durch die allerersten, primitiv und damit um so brutaler erscheinenden Absperrungen.

 

Foto: Eddie Bonesire

Zgorzelec (Polen), 2015 – "Hochsitz" mit Blick nach Görlitz (Deutschland) über die Neiße. Zgorzelec war bis 1945 die östliche Vorstadt von Görlitz, schon im Mittelalter ein wichtiger Verkehrsknoten an der Via Regia, der Handelsstraße von Santiago de Compostella nach Moskau.

 

Foto: Kerstin Hehmann

Alles auf Abstand (work in progress). Ich beschäftige mich in dieser fotografischen Arbeit mit den Abstandsregeln in Zeiten von Corona – auch Social Distancing genannt. Momente des Lebens eingefangen, abstrahiert und verdichtet. Ich denke, das Thema wir uns noch lange begleiten und Spuren hinterlassen.
Die Arbeiten sind bis 12. Juli 2020 in einer Gruppenausstellung in der xpon-art gallery in Hamburg zu sehen. Ein Buch ist geplant.

 

Foto: Hinnerk Holst

Hier scheint die Grenze zwischen Wohnort und Umland schon absehbar aufgelöst.

 

Foto: Carolin Jaskolla

Wo liegt die Grenze zur Übertreibung, zum Abstand und zur Dauer der Corona-Regelungen? Können wir es uns erlauben, darüber zu urteilen, was als übertrieben gilt? Fühlen wir uns mit den Vorgaben wohl oder distanzieren sie uns noch mehr?

 

Foto: J. Jabs

Meine Aufnahme entstand vor sechs Monaten im uckermärkischen Dörflein Lindenhagen und interpretiert das Thema "Grenzen" auf spezielle Weise: "Ohne Worte".

 

Foto: Heidi Siedka-Bauer

maximum headroom 2.10 m
Für die „Titanen“ der Straße, Sattelzüge, Lkw mit Anhänger, aber auch für die kleineren Exemplare wie Sprinter, Wohnmobile und vermehrt Pkws mit Fahrrädern auf dem Dach, stellen alte Bauweisen von Bahnunterführungen Alpträume dar. Auf dieses Nadelöhr weisen Höhenbegrenzer, teilweise als Variante mit Kettenaufhängung, hin.

 

Foto: Jérome Gerull

Grenzen der Nachbarschaft. Die Sicht ist eingeschränkt, die Luft riecht giftig, die Abgase eines defekten Rasenmähers weiten sich über alle Grenzen hinaus in einer Gartenkolonie in Norddeutschland aus.

 

Foto: Detlef Hoffmann

Am 19. Dezember 1949 wurde die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Glienicker Brücke feierlich wiedereröffnet und in Brücke der Einheit ( ! ) umbenannt. Genau in der Mitte der Brücke wurde ein weißer Grenzstrich gezogen, der die Grenze zwischen der DDR und Westberlin markierte. DDR Bürger konnten bis 1961 weiterhin hinüber, wurden aber kontrolliert. Einen Tag nach dem Mauerfall, am 10. November 1989 wurde die Brücke wieder für jedermann geöffnet.

 

Foto: Eva-Maria Horstick

Eine Fotografie aus meiner Serie “Grenzen“ (2007-2012), fotografiert während einiger Aufenthalte in Israel. Diese Grenze hier entstand neu – nach den Anschlägen in Ägypten. Es gibt leider davon sehr viele in Israel. Aber verständlich, wenn Attentate einfach nicht aufhören.

 

Foto: Heinz Bossert

Ohne die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, haben wir keine Zukunft. Ich brauche nur zwei Orte weiter zu fahren und stehe vor einer Grenze mitten in der Eifel… Die atomare Abschreckung hat hier beton-versiegelte Flächen und Raketensilos hinterlassen, über die immer noch martialische Türme und stachelbewährte Grenzzäune wachen.

 

Das fünfte Thema lautet: BRUDER TIER
Die Idee ist, das Verhältnis zwischen dem Menschen und Tieren zu untersuchen. Wir erwarten also keine noch so niedlichen Katzen-, Welpenbilder und keine noch so exotischen Safariaufnahmen. Vielmehr geht es uns um intelligente ­Visualisierungen der Beziehung zwischen dem Menschen und der Tierwelt.

Wie bei den früheren Runden: bitte nur ein Bild (300 dpi, ca 14 cm breit) und Text per E-Mail an redaktion@photonews.de senden.

Einsendeschluss ist der 7. August 2020.

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Mai 19, 2020 by

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Folge 2: Blick auf die Gesellschaft. Fragen an die DUMMY-Bildredakteurin Trine Skraastad

Folge 3: Konstruktiver Aktivismus. Fragen an Peter Lindhorst, leitender Bildredakteur beim greenpeace magazin

Folge 4: Perfekt unperfekt. Fragen an Sybille Scharmann, leitende Bildredakteurin bei BARBARA und BRIGITTE

Folge 5: Wissen fühlen. Fragen an Thorsten Gerke, Bildredakteur des Magazins SPIEGEL Wissen

Folge 6: Kopfsache. Fragen an Andreas Kronawitt, Bildredakteur des Magazins „stern Crime – Wahre Verbrechen“

 

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Kategorie: Nachschlag

Photonews-Forum: „Das Haus“

Mai 13, 2020 by

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Photonews-Forum "Das Haus"

Teil drei unseres neuen Forums. Es war nicht so geplant, aber das Thema "Das Haus" passt auf eigentümliche Weise gut zur aktuellen Corona-Krise. Wobei nicht nur das Zuhause visualisiert wird, sondern auch die Architektur.

Foto: Wolfgang Grau

Auch in dieser schwierigen Zeit ist für die meisten von uns eine eigene Wohnung oder gar ein eigenes Haus eine Selbstverständlichkeit.
 Im weltweiten Maßstab sieht das aber leider ganz anders aus, so wie in dieser Szene, wie ich sie in Beijing 2006 am Rande einer Gasse
 vorfand. Der Sonnenschirm einer Fast-Food-Kette dient hier als Dach. Der Slogan, der auf ihm zu lesen ist, wirkt in diesem Zusammen
hang recht zynisch. Was wird wohl aus dem Jungen geworden sein, der unter solchen Bedingungen aufwachsen musste?

 

Foto: Uwe Höfig

Wenn jemand sein Haus nach 40 Jahren verlassen muss, bleiben die Erinnerungen im Kopf. Für die materiellen Dinge reicht oftmals ein kleiner Koffer.

 

Foto: Martin Kunze

"Union"

 

Foto: Agata Stoltmann

Das Haus. Es war ein Zufluchtsort, laut, warm, lebendig und bunt. Es wird ein Zerfallensort, still, kalt und tot. Es gibt immer Davor und Danach.

 

Foto: Fabian Schroder

Dieses Bild zeigt die absurde Urbanisierung der Wüste in Dubai abseits des Stadtzentrums.  Serielle Uniformität, konstruierte Natur und äußere Abgeschlossenheit ziehen sich hierbei wie ein roter Faden durch die Wohnenklaven. Das Stadtbild spiegelt zugleich die ökonomischen Privatisierunginteressen Dubai's wieder, homogene Klassen bleiben unter sich und scharf voneinander getrennt.

 

Foto: Monika Barth

DAS HAUS: Idee, Projektion, Erinnerung (auf dem Lebensweg...)
Aus meinem neuem Projekt „LA LUNGA STRADA“, 2020

 

Foto: Gerhard Westrich

Schon seit einer ganzen Weile fotografiere ich in meinem Kiez, der Rummelsburger Bucht, zum Thema Wohnen auf Booten und Hausbooten. Dabei fallen mir die besonders kleinen und selbstgebauten Varianten immer besonders ins Auge. Auch wenn diese nicht immer dauerhaft bewohnt sind stellen sie für mich sinnbildlich das wachsende Problem mit der Wohnungsnot dar. Gerade bei diesem Bild, mit dem Neubau eines Wohnblocks sowie des riesigen Bürogebäudes B:HUB im Hintergrund, wird der Gegensatz des Bedarfs zu diesem Thema besonders deutlich.

 

 

Foto: Klaas Dierks

Ich bin Filmemacher und habe daher manchmal das Glück, auf Festivals eingeladen zu werden, die meine Filme zeigen. Dann nehme ich mir immer einen Vormittag Zeit, um eine fotografische Erkundung des Ortes vorzunehmen. Dabei gehe ich meist recht früh aus dem Haus. So auch wie bei diesem Streifzug, auf dem dieses Foto als Teil einer Serie von Häuseransichten in Weiterstadt entstand.

 

Foto: Kai Krause

Ich habe damit begonnen, Neubaugebiete zu fotografieren, weil diese den wohl drastischsten Gegenentwurf zur meiner Meinung nach momentan sehr inflationär betriebenen “Urbex”-Fotografie darstellen. Das frisch erschlossene Land in Neubaugebieten erhält seine Bestimmung gerade erst und lockt junge Familien mit seiner Unverbrauchtheit, denn nichts schreit “NEUANFANG” so sehr wie ein planiertes Stück Land. Dieses [Stück Land] nach den ganz eigenen Vorstellungen bebauen und gestalten zu können (natürlich im Rahmen der geltenden Baubestimmungen) muss etwas von Pioniergeist hervorrufen; vermutlich ein Urinstinkt des Menschen.

 

Foto: Jutta Schmidt, aus der Serie „Shops and Bathrooms“, seit 2015

Verkaufsstand oder Toilettenhäuschen. Der Übergang ist fließend. Bei meinen Reisen durch Namibia und Botswana entdecke ich immer wieder Zweckarchitekturen wie diese. Sie stehen am Rande der Dörfer und bisweilen erklärt sich ihre Nutzung nicht. In der bizarren Landschaft wirken sie wie Kunstwerke von Mario Merz.

 

Foto: Markus Fels

Cemitério. Hinter jedem Schlüssel steht ein Mensch. –
Der Gegensatz könnte nicht größer sein. Die Schlüssel zu den Toten-Häusern sind alle gleich, geordnet, aufgereiht: ein Schlüssel, ein Ring, eine Nummer. Und nur wenige Meter davon entfernt die portugiesischen Grabstätten und Mausoleen, die Auskunft geben über den vergangenen Reichtum und den unterschiedlichen Geschmack der Bürger des 19. Jahrhunderts.

 

Foto: Ulrich Dahlinger

Wie Sie vermutet haben fällt die Auswahl nicht leicht. Von beeindruckender Architektur über die Absonderlichkeiten deutscher Eigenheime zu Auswüchsen der Immobilieinspekulation in Spanien und und und...
Ich habe mich für eine Aufnahme aus meiner Dokumentation über die Schließung eines Kaufhauses entschieden. Ein Kaufhaus schafft viele Verbindungen und als Arbeitsplatz ist es für die Angestellten auch eine Heimat, wo man fast so viel Zeit verbringt wie zuhause. Dieses Foto dokumentiert den Zorn über den Verlust dieser Heimat – der Ausdruck dieser Angestellten hat mich sehr beeindruckt. Das Kaufhaus Horten/Kaufhof in Nürnberg wurde 2012 geschlossen und sollte 2014 abgerissen werden. Es steht noch heute leer.

 

Foto: Anke Stelck

Haus - das ist zugleich auch Heimat. Nachweislich steht unser Elternhaus seit dem 16. Jh. an demselben Ort. Wahrscheinlich aber schon seit dem 12. Jh. Jetzt, nachdem unsere Eltern gestorben sind, quälen wir Geschwister uns mit der Sorge, was mit dem Haus geschehen soll. Ein Verkauf würde einen harten Schlußstrich unter eine Jahrhunderte lange Familiengeschichte ziehen. Solange die Frage noch in der Schwebe ist, konserviere ich fotografisch die Erinnerungen an das Haus meiner Kindheit.

 

Foto: Günther Bayerl, aus "Hobart Steep Housing"

Während des Auslandsstudiums in der Hauptstadt Tasmaniens (Hobart), erstellte ich eine Typologie viktorianischer Häuser, die sich an steilen Straßenabschnitten des Mount Wellington befanden. Der große Fundus an Aufnahmen wurde anschließend jeweils in thematische Zweiergruppen (hier „Auto“) unterteilt. Interessant bei dieser Gruppe sind die altertümlichen Autos, die farblich auf das jeweilige Wohnhaus abgestimmt sind.

 

Foto: Hinnerk Holst

THE HOUSE OF MONEY hat uns schon Anfang 2019 vor leeren Kassen und Elend gewarnt.

 

Foto: Monika Meinhart

Oft führt mich mein Weg von meinem Heimatdorf zur Bahnhofsbuchhandlung in Bamberg, einfach um in den vielen Magazinen und Zeitschriften zu stöbern, meine Kamera ist immer und überall dabei. An diesem Tag bin ich in einen richtig heftigen Schneesturm geraten. So hab ich die Architektur des Bahnhofsgeländes noch nie gesehen. Was für ein schöner Zufall dieser Schneesturm….

 

Foto: Albert Herbig

Betrachtet man Häuser unter dem Aspekt der Selbstinszenierung seiner Bewohner, dann wirft neben der (Vor-) Gartengestaltung vor allem der Hausschmuck so manche Fragen auf.

 

Foto: Andrea Wilmsen

In welcher Art Gebäude befinden wir uns? Was spielt sich hier ab? Halb geöffnete Kartons, zerknüllte Verpackungsreste und gestapelte Bilderrahmen, von der Decke ragen Lampen und Leuchter in die unaufgeräumte Szene hinein. Ein Spiel mit Wahrnehmung und Assoziation.

 

Foto: Ulrich Seifert-Stühr

DDR-Bungalow, Neuhardenberg/Oderbruch –  aus meiner Serie „Vom Typenhaus zum Traumhaus“ , Oderbruch Museum Altranft, 2019.

 

Foto: Stefan Krebs

Das Haus besteht ja nicht nur aus dem Innenleben und der Einrichtung, mit der es sich die Bewohner gemütlich machen. Die Fassade ist ein essentieller Bestandteil des Hauses und hier zeigen die Eigentümer, wie sie sich nach Außen präsentieren und darstellen wollen.
Von langweilig, unauffällig, gar nicht gepflegt, über grauen Putz bis farblich gestaltet und überfrachtet findet man alle Variationen, egal wo man sich auf dem Erdball befindet.
Anbei ein Beispiel, wie man sehr akkurat und geometrisch die Hausfassade gestalten kann und so auch immer einen Teil seiner Persönlichkeit und dem Wunsch nach Außendarstellung und gewünschter Wahrnehmung zeigt.

 

Foto: Peter Bialobrzeski, Cityhof, Hamburg

Seit Beginn der Abrissarbeiten habe ich die Zerstörung eines der prägnantesten Baudenkmäler der Nachkriegsmoderne fotografiert. Mehr auf meiner Website: www.bialobrzeski.net

 

Foto: Thomas Tiltmann

HEIMSPIEL
Mit der Grundschule bin ich regelmäßig auf den SV Alemannia Nordhorn Sportplatz gegangen, um 100m Wettlauf, Weitsprung, Schlagball und Ballwurf (200g) zu trainieren. Meine erste Ehrenurkunde der Bundesjugendspiele – Leichtathletik habe ich im Jahre 1986 erhalten.
Seit Ende 2018 wird das Sportareal für die zukünftige Nutzung als Wohngebiet vorbereitet. Rodungen und Abbrucharbeiten haben begonnen. Ein Stück Heimat verändert sich und es liegt nahe, dieses Fragment meiner Heimat in einem Lanzeitprojekt festzuhalten.

 

Foto: Inge Widauer

Im unfertigen Pool ein Bild vom neuen Ferienhaus – ist es Phantasie oder schon Realität?

 

Foto: Martin Schäpers

Ich arbeite als Architekt aber auch als (Architektur)fotograf. Seit Jahren sammle ich Fotografien von Häusern und Architekturen. Dabei muss mir etwas auffallen – es sollte sich etwas "herausstellen", sich behaupten. Ich nenne diese Sammlung "nameles architecture".
Das Haus auf meiner für das Thema ausgesuchten Fotografie entstand in Nordspanien. Ich sah es im Vorbeifahren auf dem Weg nach Galizien. Auf dem Rückweg erinnerte ich mich und hielt Ausschau, fand die Abfahrt und schnappte mir meine Kamera. Ich hörte ein Tok-tok-tok und war genau im richtigen Augenblick bereit für die Aufnahme. Dieses Haus steht für einen Anfang, für eine Idee von Städtebau, die nie erfüllt wurde. Ein Haus, aber auch ein Fragment.

 

Foto: Ernst Winkler

NUR NOCH FASSADE. Ruiniertes Haus mit nach Hause radelnder Fahrradfahrerin.

 

 

Foto: Peter Elvin

Leben im Abseits
Den Anfeindungen trotzen
Freundschaften schließen

Aus meiner Fotoarbeit „Roma in Nordungarn | Dorf an der Grenze“

 

Claus Jürgen Klüglich

Mein Bild zweier Häuser auf dem Pont Neuf in Paris entstammt einer Serie, die sich mit verhüllten Baustellen und ihrer Umgebung beschäftigt.
Das Abbild einen realen Hauses und die  daneben stehende in Orginalgröße gemalte Reproduktion finden sich zusammen auf einer Fotografie wieder und stellen die Frage nach der Realität anhand eines eigentlich harmlosen touristischen Motivs.

 

Friedhelm Petrovitsch

2009 sah ich auf meiner Reise ins Nujiang-Tal (Yunnan, China) entlang der burmesischen Grenze diese junge Familie beim Bau ihres Hauses. Man hatte ihr ein kleines Grundstück nur wenige Meter von einer tiefen Schlucht entfernt zugewiesen, in der der Fluss so laut rauschte, dass man sich nur schwer verständigen konnte. Aber die Familie schien glücklich, endlich ein eigenes Zuhause in Eigenleistung zu schaffen.

 

Foto: Andreas Jell

Vor 15 Jahren reiste ich durch das Ruhrgebiet, um es fotografisch für mich zu dokumentieren. Auf dem Weg entdeckte ich dieses Haus. Den Anblick dieses wunderbaren Bauwerks empfinde als ein Monument für Vergangenheit und Zukunft zugleich. Die schwarzen Wände, aber auch die akkurat gestalteten Fenster spiegeln für mich die Menschen im „Ruhrpott“ wieder. Pragmatisch, ehrlich, Kante zeigen. Dagegen symbolisiert die hastig zugemauerte Tür aktuelle Zeiten. Vielleicht auch zukünftige? Zeiten, in denen wir zuhause bleiben sollen. „Stay at home“, dies wird hier körperlich und fast schon schmerzhaft spürbar. Ich frage mich, ob dieses Monument noch dort steht. Womöglich werde ich es nie rausfinden, da ich mir die Straße nicht gemerkt habe. Aber möchte ich das überhaupt wissen? Jede Fotografie ist ein kleines Denkmal - und vielleicht soll es für dieses Haus so und nicht anders bleiben.

 

Foto: Liz Rüland

Kein Haus, aber Behausung (Zelte, Schlafsäcke, Plastikhüllen, Decken, Habseligkeiten) von Obdachlosen in Düsseldorf zwischen Kunstpalast und NRWForum, Ehrenhof. Fotografiert am 13.03.2020

 

 

Foto: Barbara Kenedi

Das Haus in dem ich wohne heißt Europa, es wurde nach dem 2. Weltkrieg gebaut. Heute ist es in einem traurigen Zustand und ich habe Angst, dass es bald zusammenfällt.

 

Foto: janKB

In der Arbeit ›Ein Mann, die Insel und eine Fliege im Raum‹ ist das Haus die letzte Station der Zurückgezogenheit. Während die Insel ein öffentlicher Bereich mit erschwertem Zugang ist, bildet das Haus die letzte Bastion. Ab da beginnt die reine Vorstellung davon, wie es in dem Mann auf der Insel wohl aussieht. > janKB.de

 

Foto: Daniel Stemmrich, Rheinische Straße in Dortmund

Ich mag Bilder, die auf komplexe Geschichten schließen lassen, auch wenn diese nicht direkt aus den Bildern ablesbar werden: Allein der Impuls, sich zu fragen, wie konnte so eine Situation entstehen? Welche Wirkkräfte waren da tätig? Wie kann man da leben? Was würde man vielleicht ändern wollen? Könnte man sich da wohl fühlen, könnte das Heimat sein? –  Die Fragen machen die Bilder wertvoll und aufregend.  –  Das hinterste grüne Gebäude war bis vor vier Jahren ein Walzwerk, viele hundert Meter lang, in dem Viele qualifizierte Arbeit verrichteten. Die davorstehenden Wohn- und Geschäftsgebäude haben sich im Laufe der Zeit, einer wirklich langen Zeit von vielen Jahrzehnten schon lange vor dem Krieg, an und um dieses Industriegebäudeensemble angelehnt, fast angeschmiegt. Nun, nach der Stilllegung verharrt alles in stiller Schwebe, bang und hoffnungsvoll zugleich, dass etwas gutes Neues entsteht.

 

Foto: Julia Baier

Haus mit Behaarung: allerdings trägt es bevorzugt Winterfell im Sommer!

 

Foto: Dirk Deichmann

Immer wenn ich an diesem "Haus" vorbeigehe frage ich mich:"Wie kommt man auf so eine Idee?" Es ist wohl typisch deutsch, die Natur in die gewünschte Form zu bringen (sieht man auch an der Fahne im Hintergrund). Wobei die leicht punkige Frisur doch Hoffnung macht!

 

Foto: Gabi Vogt

aus der Serie "Sogn’ d’oro", 2015. Einblick in die Welt des Schlafs – Kinderbetten im Zustand nach dem Aufstehen. (insgesamt 22 Bilder)
Die kleinen Schläfer haben den Zustand der Ruhe verlassen und sind in den Tag gestartet. Sie erlauben uns einen Blick auf das ungemachte Bett – einen kurzen, intimen Moment zwischen Nacht und Tag. Das Bett, der Ort des Schlafens, der Ort des Rückzugs. Nestwärme, Restwärme. Gute sowie böse Träume. Einschlafen, nicht Einschlafen wollen. Details erzählen vom Bewohner des Zimmers. Sie lassen den Betrachter ein Leben suggerieren, eröffnen ihm ein Fenster in die Welt der Kinder.

 

Foto: Norbert Enker

Aus der Serie SWEEThome – In dieser Arbeit setze ich mich mit dem Thema Bau und Umbau von Lebensraum auseinander und zeige Arbeitsabschnitte und Momente von Arbeit quer durch die verschiedenen Gewerke. Bei diesem Foto muss ich unweigerlich immer an diesen Reim (aus dem Kinderlied: Wer will fleißige Handwerker sehn) denken: „… Stein auf Stein, Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein …“

 

Foto: Heidi Bauer

Auf den ersten Blick Beton-, manchmal Bretterbuden und doch eine, vermutlich illegale, Lösung für die Bewohner von Havanna, die ihre Häuschen, casitas wie sie sie nennen, aus Wohnungsnot auf die Flachdächer von bestehenden prächtigen, teilweise verfallenden Bauten errichtet haben. Eine Idee, die, um der Versiegelung des Bodens zu begegnen, mit der Konstruktion von Wohnflãchen auf z.B. Gewerbebetrieben ihren Weg in unsere Städte findet.

 

Foto: Hans-Günther Siedka-Bauer

Exotische Bäume, Sträucher und mittendrin ein Glashaus – kein gewöhnliches, sondern eines mit Spiegelwänden, die es in dieser Umgebung fast unsichtbar machen. Dieser surreale Eindruck lässt sich am besten in einem schwarzweißen IR-Bild bannen, in dem das Blattgrün winterlich weiß erscheint.

 

Foto: Uwe Bedenbecker

Da, wo Häuser sind, war früher Natur, irgendwann. Oft sind Häuser von Natur umgeben oder wir als Bewohner bringen die Natur in unser Wohnumfeld, in unser Haus: sei es als Zimmerpflanze, als Blumenstrauß oder mit einem geschmückten Garten. Immer mit dem Ziel, unser Wohnumfeld zu verschönern und der Natur näher zu sein. Wie jede Form des Zusammenlebens ist auch diese mit Arbeit verbunden und ja, auch mit potentiellen Konflikten. Die Blumen wollen gegossen werden, der Rasen gemäht, die Bäume geschnitten. Wenn dies nicht geschieht, wird die Natur irgendwann ihr Terrain zurückerobern.
Bei der vorliegenden Aufnahme, die ich 2018 in San Francisco aufgenommen habe, bleibt offen, ob der sich um den Balkon schlingende Baum der Beginn von Zerfall und Wildnis ist oder (noch) als Dekoration begriffen werden kann.
Das Dokumentieren des Aufeinandertreffens von Wildnis und Zivilisation ist ein Langzeitprojekt von mir. Ein Teil der Serie wurde 2015 in der Zine Collection der Editions Bessard publiziert.

 

Foto: Andreas Odersky, "schaedlingsbekaempfung"

auf der lauer liegt herr nachbar,
all das boese macht ihn wachbar.
wie schoen war die vergangenheit,
die fremden waren noch soooo weit.
mit denen kann man doch nicht reden,
beklauen alle, einfach jeden!
die da oben tun ja nichts,
also ist´s des buergers pflicht,
all dem einhalt zu gebieten
und sie rauszuschmeißen, diese typen!
ICH mach´s selber, schuetz DAS HAUS,
hol zur not die knarre raus!
so nehm´ die dinge ihren lauf
menschenrechte? pfeif ICH drauf!

 

Foto: Vera Nowottny

Das Bild ist Teil meines Projekts "Schuma", welches eine authentische, dokumentarische Fixierung sowie künstlerische Interpretation und eigene Sichtweisen auf einen kleinen Ort in Marokko zeigt.  Viele Häuser waren in der Gegend wie abgeschnitten, fensterlos und rot angestrichen.

 

Foto: Michael Schoelzel

Um die Energiesituation in Kuba zu verbessern, gab es seit Mitte der 1970er Jahre die Idee, in Kooperation mit der Sowjetunion drei Atomkraftwerke auf der Insel zu errichten. Das einzig wirklich begonnene befindet sich auf einer Landzunge am Eingang zur Bucht von Cienfuegos. Das Ende der Sowjetunion, Schlamperei bei den Schweißnähten und Interventionen der USA besiegelten um die Jahrtausendwende das endgültige AUS des halbfertigen Projekts. Die bereits für die Kraftwerksarbeiter gebaute Wohnstadt "Ciudat Nuclear" blieb in großen Teilen bis heute im Rohbau stecken.

 

Foto: Peter Christmann

Im Jahr 1973 brach der Vulkan Eldfell (Feuerberg) auf Heimaey, einer Island im Süden vorgelagerten Insel, aus. Etwa 100 Wohnhäuser des gleichnamigen Ortes wurden vom Lavastrom zerstört. Große Teile von Heimaey wurden unter einer bis zu 8 m hohen Schicht von schwarzer Vulkanasche verschüttet. Die  Häuser wurden, unter großen Anstrengungen, nach dem fünf Monate dauernden Vulkanausbruch, wieder ausgegraben und die evakuierten Bewohner kehrten zurück. Im Jahr 2012 begann man damit einige zerstörte Häuser freizulegen und richtete ein Museum ein, das Pompei des Nordens oder auch Eldheimar (Welt des Feuers) genannt wird.
Viele Jahre schon fotografiere ich auf dieser besonderen Insel, die wiederum zu der faszinierenden, größeren Insel Island gehört. Das Foto ist Teil der Serie „Eldfjöll“ (Vulkane).

 

Foto: Christian Ahrens

Häuser, die für den Abbruch vorgesehen sind, sehen in ihrem verrammelten und zugemauerten Zustand immer besonders absurd, surreal und traurig aus. Oft bleiben sie monatelang in diesem Zustand, ehe die Bagger kommen. Diese Szene sah ich von der vorbeifahrenden Straßenbahn aus; ihretwegen bin ich extra ausgestiegen und habe das Foto gemacht.

 

Ruediger Carl Bergmann

Bei der Aufnahme aus dem Jahr 2007 handelt es sich um ein verwaistes "Hühnerhaus" mit drei Stockwerken. Es stand schon lange leer. Gerade seine geschwungene Dachform hatte eine schöne Assoziation zu seinen ehemaligen "Bewohnerinnen".

 

Foto: Christian Klaaßen

Dächer
Dächer und Treppen
Treppen
Treppen und Häuser
Dächer
Dächer und Häuser
Dächer und Treppen und Häuser und
ein Fotograf

(frei nach Eugen Gomringer)

 

Foto: Christoph Schimke

Zum güldenen Rössl – Wenn Räume enden und Illusionen sich aufdrängen wollen...

 

Foto: Markus Hoffmann

Das Haus steht einsam an einer Bundesstraße zwischen Neuss und Köln. Zwischen den zahlreichen Gewerbegebieten an dieser Straße versucht es sich scheinbar einen der wenigen grünen Abschnitte zu sichern. Ich mag Häuser, die eine Seele haben und etwas über ihre Bewohner preisgeben bzw. selber eine Geschichte zu erzählen haben. So ist es auch mit diesem Haus. Seine Architektur erinnert mich zudem an ein Vogelhaus, d.h. einen Ort der sicheren Zuflucht.

 

Foto: Jens Schünemann, "Hecken", 2018

Viele Menschen erträumen sich ihr eigenes Haus auf ihrem eigenen Land. Einige können diesen Traum verwirklichen: Unbeirrbar ordnen sie ihre Umgebung und geben nicht auf, die Natur zu bändigen.  Aber die Natur sucht sich ebenso unbeirrbar immer wieder ihre eigenen Wege.
Die Fotoarbeiten der Serie "Das Dorf" sind der Hingabe und Sorgfalt gewidmet, mit der Menschen ihren Rückzug aus der wilden Welt gestalten. (Pigmentdruck auf Baumwollpapier matt, auf Holz, 40 x 40cm oder 60 x 60cm, Auflage je 5 Exemplare)

 

Foto: Sabine Wild

Seit 2007 Jahren fotografiere ich Käfige in unterschiedlichen Kontexten; in Zoos und in privaten Räumen wie für die Serie „Rattenhausen“, bei der ich die Rattenhalter*innen zu Hause aufgesucht habe, um die Behausungen für die Ratten im häuslichen Kontext zu fotografieren. (...) Mir geht es ausschließlich um die Architektur der inszenierten Räume und ihre auf Natur verweisenden Requisiten. Wie werden tierische Lebensräume dort nachgebildet? Wie fügen sich die Käfige in die Einrichtung von Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche ein, wie grenzt sich Menschliches und Tierisches voneinander ab? Wie verzahnt es sich?
Arbeiten von Sabine Wild sind aktuell in der Ausstellung „Wild & Ochse: Zoologische ­Ansichten“ in der Galerie im Tempelhof Museum in Berlin zu sehen.

 

Foto: Hans Hofmann

Dieses verlassene Haus habe ich oft besucht. Es ist seit Jahren verlassen. An diesem wunderschönen Tag war die Stimmung mit den (fotografisch) überstrahlten Türscheiben einmalig. Wer ist da vor Jahren eingezogen und vielleicht lange geblieben? Wie kam es zum Verlassen des Hauses?

 

Foto: Hans Schlimbach

Alles, was es braucht, ein Haus zu sein: vier Ecken ein Dach, Fenster, Gegend ... –  Wohnt da noch jemand?
Diese Fassade!? Bröselt. Hinter den Scheiben Leere. Und was machen die Wolken? – Diese Farben …

 

Foto: Steffi Drerup

Mein Langzeit-Projekt ‚Mati‘ (working title) handelt von den Auswirkungen des verheerenden Waldbrands in Mati, Griechenland, am 23.7.2018. In nur 90 Minuten sind 104 Menschen ums Leben gekommen und über 4000 Häuser wurden zerstört. Mehrere Hundert Menschen haben sich retten können, indem sie einige Stunden im Meer schwimmend ausharrten, bis sie von Fischern aus dem Nachbardorf mit Booten aus dem Wasser gezogen wurden. Über ein Jahr später sind die Spuren noch immer deutlich zu sehen und zu spüren. Dies war das Haus von Kathy, sie hatte dort gelebt, seit sie ein Kind war. Am Abend vor dem Feuer hatte sie mit ihrem Mann auf der Veranda gesessen, auf das Meer geschaut und zu ihm gesagt:' Wir haben solch ein Glück hier wohnen zu können, wie ein König und eine Königin.

 

Foto: Wolf-Dietrich Nahr

Kein Museum, sondern alltägliche Lebenswelt: Dieses Geschwisterpaar lebt mit seinen Eltern in der atemberaubenden Eleganz der klassischen Moderne. Bruder und Schwester posen hier im dritten Stock des International-Style-Wohnhauses in der Tel Aviver Bialik Street für die analoge Mittelformatkamera (Architekten: Friedman Brothers 1934/35). Im weltgrößten Bauhaus-Ensemble sind Architektur-Ikonen so vertraute Lebensbegleiter. (Ausstellungen: Tel Aviv – Living with Bauhaus, Regensburg, Tel Aviv 2019)

 

Foto: Michael Wölfel

Wenn der Innendekorateur an schönen Tagen durch seinen Innenhof schlendert, kommen ihm die schönsten Ideen.

 

Foto: Tamara Wahby

Eine Hausfassade, die Lust macht, ein Narrativ zu entwickeln: Welche Uneinigkeit, vielleicht Streit in einer Familie mag die Ursache für das heutige Aussehen eines kleinen Ackerbürgerhauses in einem Städtchen an der Weser gewesen sein? Zumindest erzählen aber die eindeutigen Zeitspuren viel über die Architekturgeschichte.

 

Birte Hennig, "Texas. Fachwerkhaus", aus der Serie "October"

Auf einer drei monatigen Reise von New York nach SanFrancisco begab ich mich auf die Suche nach den sichtbaren oder spürbaren Spuren der deutschen Einwanderergeschichte. Es war aber auch eine Reise zu den Spuren meiner eigenen Geschichte: meiner Jugendträume, der Auswanderergeschichte meiner eigenen Familie und der Suche nach Heimat.
Zur Arbeit ist ein Katalog erschienen: „October. Birte Hennig – Zwischen Steubenparade und Alpine Village: Auf den Spuren deutscher Einwanderer in den USA“

 

Foto: Andreas Kremer

Nach mehreren Reisen in asiatische Großstädte besuchte ich im März 2019 Ho-Chi-Minh-City (HCMC), ehemals Saigon, in Vietnam. HCMC zeigt sich mittlerweile als stark wachsende Großstadt nach internationalem Muster, auch wenn die Entwicklung gegenüber anderen asiatischen Megacities noch Jahre zurück ist. Die Vorteile des Wirtschaftswachstums werden mit den bekannten Nachteilen eingekauft: Die Luftverschmutzung ist nach europäischen Maßstäben katastrophal, der Verkehr, Lärm, verschmutztes Grundwasser und wilde Mülldeponien ebenfalls. Die Landbevölkerung strebt in die Stadt, in der Hoffnung, Jobs zum Überleben zu finden.
Ein Großteil der Bevölkerung (>8Mio) lebt nach unseren Maßstäben in Armut; das Leben einer Familie findet nicht selten auf der Straße statt, zumindest begünstigt durch ganzjährig hohe Temperaturen. Entlang des Saigon-Flusses ist der Gegensatz der Slums mit den modernen Wohntürmen im Hintergrund frappierend. In einigen Viertel außerhalb des ersten Distrikts findet man oft heruntergekommene Wohnanlagen, Familien mit Einkommen besitzen wiederum kleine Hütten oder Häuser, deren Türen nach Feierabend lange offenstehen, das „Wohnzimmer“ dient als Erweiterung der Straße, u.a. als Garage für den unverzichtbaren Roller, ist Fernseh-, Sozial- und Ruhebereich.
Die Menschen sind freundlich, neugierig, offen – und stolz auf ihre leidgeprägte Geschichte - das Überleben von unvorstellbaren Gräueln im Nord-Süd-Konflikt und während 3 „gewonnener“ Kriege gegen Supermächte (China, Frankreich und die USA). Wille und Zähigkeit sind entscheidende Volksattribute.
Bei dem Projekt reizte es mich, das Leben auf der Straße festzuhalten. Ein Schwerpunkt war es, den Gegensatz zwischen den Zeichen der aufstrebenden Großstadt und dem überwiegend armen Leben der Bevölkerung fotografisch herauszuarbeiten. Zuhause in HCMC.

 

Foto: Ella Jansen

Dieser neuzeitige Rapunzelturm wurde auf einem Wagenplatz entdeckt. Da gibt es immer einige kuriose Behausungen zu bestaunen. Hier hatte ich gerade den Fotoapparat dabei.

 

Foto: Ernst Pini

Vielerorts trifft man in Ex-Jugoslawien solche Monumente geplatzter Träume. Viele Gastarbeiter wollten ja nur kurze Zeit ins Ausland („bis die Kinder in die Schule kommen“). In vielen Fällen um für sich und ihre Kinder ein Haus zu bauen. Doch wegen der steigenden Lebenskosten im „Gastland“ und der steigenden Preise für Material und Handwerker im Heimatland reichte bei vielen bald das Geld nicht mehr. Vom Traum blieb nur noch eine Ruine übrig.

 

 

Foto: Barbara Harsch

Ein Haus – Inbegriff von Geborgenheit und Privatsphäre – zeigt sich hier ganz "nackt" und offenbart kurz vor dem endgültigen Verschwinden die letzten Spuren seiner Lebensgeschichte.

 

Das vierte Thema lautet: GRENZEN
Es geht wieder um eine möglichst kreative Auseinandersetzung mit dem Begriff: Das können Grenzen zwischen Ländern sein, aber auch Grenzen im Alltag oder im übertragenen Sinne. Wichtig: Jede Bildeinsendung sollte wieder mit einem kurzen Statement, einem Text ergänzt werden. Noch eine Bitte: Uns ist klar, dass es schwer ist, sich zu entscheiden. Aber wir bitten um immer nur ein Bild zum Thema. Das Beste! Der Prozess der Auswahl ist gleichzeitig auch eine Art Schulung und Selbstreflexion.
Denis Brudna + Anna Gripp

Einsendeschluss war am 8. Juni 2020. Bitte keine weiteren Bilder schicken. Danke.

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Kategorie: Nachschlag

Photonews-Forum: „Paare“

März 27, 2020 by

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Informationen zu Aktuell

Hier finden Sie Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen, die uns nach Redaktionsschluss erreicht haben sowie Ergänzungen (Nachschlag) zur jeweils aktuellen PHOTONEWS Ausgabe.

Nachschlag

Neu: PHOTONEWS-Forum „Selbst“

Aufzeichnung Symposium Deutscher Fotorat

PHOTONEWS-Forum: „Bett“

PHOTONEWS-Forum: „Ich – Selbst“

Broschüre „Wege in den Beruf Fotografie“

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Nach Redaktionsschluss

Broschüre „Wege in den Beruf Fotografie“

Atelierbesuche der Uni Hildesheim. Photonews-Beiträge online

Aus dem Archiv: Chronorama

Aus dem Archiv: Diskussion in Düsseldorf 2012

Festival Horizonte Zingst 2023

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Photonews-Forum "Paare"

Teil zwei unseres neuen Forums. Das Thema "Paare" ist von unseren Leserinnen und Lesern so erfreulich vielfältig und hintersinnig aufgegriffen worden, wie wir es gehofft hatten.

 

Foto: Kristine Arnold, aus der Arbeit "Sicher?"

Jeder Besuch meines Bruders folgt einem strengen Ablauf. Wir fahren zwei Stunden mit dem Fahrstuhl und der Rolltreppe - meist in einer großen deutschen Kaufhauskette. Dann besuchen wir mit dem Auto eine Tiefgarage. Wir fahren ganz nach unten, wir parken, steigen aus und schlendern umher. Am Abend gibt es immer »Spaghetti Carbonara« - am liebsten nicht ­­­­selbst gekocht. Danach kaufen wir uns ein Bier am Kiosk und unterhalten uns. Meistens redet Martin.

 

Foto: Harald Kneißl

Ein Bildpaar von einem Brüderpaar, meine Söhne. Alle vier Jahre treffen wir uns am gleichen Ort, um das Vergehen der Zeit sichtbar zu machen. 16 Jahre liegen zwischen den Bildern.

 

Foto: Birgit Lemm, "Fundstücke"

Die Portraits stammen von ursprünglich identischen Werbeflyern, plakatiert auf Laternenmasten in einer mexikanischen Kleinstadt. Durch Witterungseinflüsse und mechanische Beanspruchung wie Überkleben und Abreißversuche veränderten sich mit der Zeit Papierbeschaffenheit und Druckfarben und damit auch das Bildmotiv.

 

Foto: Peter Christmann

Fünfzig Jahre verheiratet. Die Einheitlichkeit der Kleidung, der Partnerlook, bekundet die innige Verschmelzung nach außen und für die Mitmenschen deutlich sichtbar, zeigt die Symbiose einer ein halbes Jahrhundert anhaltenden und nach eigenem Bekunden, glücklichen Paarbeziehung. „Wir freuen uns jeden Morgen, an dem wir zusammen aufwachen und auf den kommenden Tag, den wir wieder zusammen verbringen dürfen.“ – lautete die Auskunft, als ich mich mit dem Ehepaar unterhielt, bevor ich das Foto machte.

 

Foto: Stefan Krebs

Paare sind sich oft so ähnlich, dass sie mehr oder weniger deckungsgleich sind. Manchmal wollen sie ihre Unterschiedlichkeit betonen. Oder einer der beiden ist introvertiert, der andere extrovertiert. Manchmal will sich der eine vom anderen abheben, seine Individualität zeigen.
Aus einer Bildserie, die die Gleichartigkeit oder Unterschiedlichkeit anhand von Fensterpaaren abstrahiert festhält. Ein Spiegelbild der Menschen, die diese Fenster geschaffen haben.

 

Foto: Kai Krause

Dieses optisch sehr einander angeglichene Paar schaute dem Klimastreik in Aachen im Juni 2019 interessiert zu.

 

Foto: Monika Meinhart

Seit Jahren durchstreife ich die Gegend meines Heimatortes, bei Tag, in der Nacht, bei Regen, Schnee, im lichten Sonnenschein; da ein Windhauch, dort ein Flügelschlag, zufällige Begegnungen in den Waldlichtungen der Kindheit und Jugend.
Dabei bin ich auf der Suche nach Spuren. Und stelle ich mir immer wieder die Frage warum? – auf der Suche nach einer Erinnerung, die es vielleicht gar nicht gab.

 

Foto: Lothar M. Peter

Krieg und Frieden. Istanbul 1994. Zwei junge Soldaten, müde und erschöpft. Pause am Bosporus.

 

Foto: Fritz Fabert

Bildpaare in mehr oder weniger stabilen Beziehungen. Aus der Serie "Nachtfalter" 2008 - 2015.

 

Foto: Andreas Antoni

Du – ich,
wir waren jung, nun sind wir alt.
Zusammen unzertrennlich.
Niemals der Punkt erreicht, an dem du sagtest, ich trenn mich.

 

Foto: Werner Mansholt

Das Bild entstand in Rom am Brunnen von Romulus und Remus. Das Paar war minutenlang total leidenschaftlich dabei, sich zu küssen. Bei einer „Pause“ fragte ich sie, ob ich ggfs. fotografieren darf, falls sie sich noch einmal so intensiv küssen sollten; sie erklärten sogleich ihr Einverständnis und fielen Sekunden später wieder über einander her. Ein Bild suchten wir später gemeinsam heraus, das ich ihnen dann schickte.

 

Foto: Walter Neiger

Doppelt gemoppelt oder Paare "en Masse" mittels Doppelbelichtung, aufgenommen mit einer Plastikkamera.

 

Foto: Barbara Kenedi

"Na seavas!" (hochdeutsch: "Na Bravo!")
Ein Paar ist, wenn eins und eins mehr als zwei ist.

 

Foto: Hans Hofmann

Ich fotografiere den Rückbau einer alten Papierfabrik in der Schweiz. Arbeiter arbeiten bevorzugt in vertrauten Zweierteams. Sie demontieren alte, aber noch funktionierende Maschinen und machen sie bereit für den Transport nach Polen und in andere Länder. Das Vertrauen zwischen den beiden ist spürbar. Die immer neuen technischen Probleme können nur im Team und mit viel Krafteinsatz gelöst werden. Die Arbeiten finden größtenteils unter Tag statt. Ich begleite das Projekt drei Jahre lang.

 

Foto: Inge Widauer

Mein erstes Paar Schuhe! Nach dem Tod meiner Mutter hab ich diese beim Ausräumen ihrer Wohnung gefunden. Ich kann mich an meine ersten Schritte natürlich nicht mehr erinnern, aber beim Betrachten dieser Schuhe geht mir doch einiges durch den Kopf!

 

Foto: Michael Wölfel

Ursprünglich war das Bild als Fehlersuchbild gedacht mit dem Titel "Finde den Fehler". Allerdings könnte man es auch "Kein Fisch - kein Fleisch" oder "Rumliegen am Strand" nennen.
Entstanden am Nordseestrand auf Texel in Holland und mit freundlicher Genehmigung der Abgebildeten.

 

Foto: Ekaterina Bodyagina, aus der Arbeit "Taboo. Borders.”

Das Projekt "Taboo. Borders." widmet sich Paaren, deren Beziehung in ihren Ländern als ein Tabu gilt: zum einen arabisch-jüdische Paare in Israel und Palästina, zum anderen griechisch-türkische Zyprioten in beiden Teilen Zyperns. Die Regionen verbindet ein gemeinsames Thema: Menschen, die sich in ein Mitglied einer Gemeinschaft von oder auf der anderen Seite der Grenze verlieben, werden mit Ausgrenzung, Drohungen, Missbrauch und sogar Gewalt konfrontiert. Solche Menschen habe ich insgesamt zwei Jahre lang interviewt und fotografiert.

 

Foto: Marco Stenzel

Zu dieser Serie aus Doppelbildern hat mich "An die Freude" von Friedrich Schiller inspiriert. Aus "Alle Menschen werden Brüder" wird das umfassendere "Alle Lebewesen werden Brüder (und Schwestern)".

 

Foto: Manfred Pichler

Auf der Suche nach alltäglichen Motiven im urbanen Raum suchte ich auch nach einem passenden Gegenstück. Bilder, die einander ergänzen. Manchmal hatte ich das ergänzende Bild bereits in meinem Archiv.

 

Foto: Eva-Maria Horstick

2016  – Eva- Maria Horstick im Bus…. Süd Amerika. Eine Tour durch Ecuador. Der Bus nahm so steil die Kurven, dass ich meinen Freund bat, meine Hand zu halten… auf dem Weg in den Amazonas.

 

Foto: Ernst Winkler

SCHRITTMACHER. Paar mit Stiel. Schaufel und Gehilfe begegnen sich zwischenmenschlich.

 

Foto: Denis Brudna

Paare – eine oft anzutreffende Konstellation. 2 Mülleimer, 2 Strandläufer und 2 auf den Wellen schaukelnde Bojen im Hintergrund. Malerisch über die Bildfläche verteilt. Kann man da nein sagen?

 

Foto: Ulrich Dahlinger

Den Schläfern würden Matratzen guttun.

 

Fotos: Thomas Tiltmann

Morgens früh, keine Menschen, die Sonne scheint. Stille. Nur das Surren der Polaroidkamera ist zu hören.
Der Gegensatz am Abend. Hektisches Treiben, lautes Kreischen, grelle bunte Farben, laute Musik und Fahrgeräusche. Dazu der Geruch von heißer Bratwurst und Pommes, Paradiesäpfel, gebrannte Mandeln, Popcorn und Zuckerwatte.
Eine Reise von der Realität in die Künstlichkeit der Attraktionen.

 

Foto: Fred Hüning

In meinem neuen Langzeitprojekt HOME SWEET BROKEN HOME setze ich meine Studien zu Familie, Liebe, Partnerschaft, Kindheit, Vater-Mutter-Kind-Beziehung fort. Wie in jeden langen Beziehung treten irgendwann Risse auf. Verwerfungen, Streit, Sehnsucht nach dem Fremden, dem alten Leben. Und das Kind ist bald kein Kind mehr und muss sich von Vater und Mutter langsam und für beide Seiten schmerzhaft emanzipieren.
Diese Arbeit möchte ich betreut von Prof. Ute Mahler und Ingo Taubhorn in der aktuellen Meisterklasse der Ostkreuzschule abschließen.

 

Foto: Peter Kalhorn

Ist es Liebe oder will uns der Baum auf etwas hinweisen?

 

Foto: Jörg Weber

„Wenn zwei Bilder aufeinandertreffen, entsteht ein Drittes."
Jean Luc Godard

Ein Bildpaar kann eine ganz subtile Aussage haben, die im Betrachter entstehen kann. Lesen wir die Bilder!

 

Fotos: Stefanie Minzemay / Frank Szafinski, aus PAIRINGS

Man kennt eigentlich das Werk des jeweils anderen sehr gut. Umso neugieriger wird man mit der Zeit auf die Arbeiten, die in den Archiven und privaten Sammlungen verblieben sind. Was sind das für unbekannte Arbeiten? Welche eigene Arbeit würde man dem dagegensetzen? Dem „do ut des“-Gedanken ­folgend (Ich gebe, damit du gibst.) wurden gemeinsam folgende Regelungen zusammengetragen: Jeder übermittelt dem anderen via E-Mail ein bis dahin noch nicht gezeigtes Bild. Ab Zugang der E-Mail hat der andere längstens 24 Stunden Zeit, aus seinem eigenen Fundus ebenfalls ein bis dahin dem anderen unbekanntes Bild herauszusuchen, welches geeignet ist, in eine Korrespondenz mit dem Vorgabebild zu treten. Aus dem zunächst spielerisch angedachten Prozess entstand eine ernsthafte Auseinandersetzung mit neuem und altem Bildmaterial. Eine Auswahl von 25 Paaren hat Eingang in eine Publikation gefunden.

 

Foto: Jens Schäfer

Schattenpaare.
Licht, Schatten und Liebe

 

Foto: Winfried Gayk

Welch wunderbare Veränderung Männerspielzeuge im Lauf der Jahre doch durchmachen. Aber immer bleiben sie sich ähnlich und scheinbar immer haben sie Biss.

 

Foto: Dirk Deichmann

Das Kärcherchen und sein Herrcherchen oder: Gemeinsam sind wir stark!

 

Foto: Sylvia Meise

Alles fließt. Unter dem Arbeitstitel Pas de deux sammle ich schon seit Jahren Bildpaare, die durch Brechungen und Spiegelungen zueinander finden. Dieses ist eines davon.

 

Foto: Frank Stümpert

St. Pierre auf La Reunion. Der Sturm treibt die Gischt in den Abendhimmel und eine Gruppe junger Kreolen treibt den Fussball über den kleinen asphaltierten Platz direkt am Strand. Die zwei hier konzentrieren sich auf nichts anderes als den Ball, den beide in Besitz nehmen oder halten wollen.

 

Foto: Gabriele Bierdimpf

Letztendlich könnte man das Seil auch als Rock oder Schlauchkleid tragen und den Schlauch als Alltagsgegenstand benutzen. Aber das bleibt dann jedem selbst überlassen.
Viel Spaß beim Assoziieren, Ausprobieren und Kreieren!

 

Foto: Joachim Lemm

Die Balletttanz-Inszenierung der beiden Solisten auf der dunklen Klavieroberfläche ergab sich zufällig durch einen Windhauch, der die winzigen Samen einer verwelkten Gerbera davontrug.

 

Foto: Dorothea Essig

1 Paar Schuhe - 1 Paar Hände - 1 Paar Schuh-Hand, fühlen, betrachten, Erinnerungen an die Kindheit werden wach.
Das Foto gehört zur Serie "Persönliche Erinnerungen". Ich beobachte mit der Kamera, höre zu, wie sich Menschen erinnern, von diesen Erinnerungen erzählen.

 

Foto: Bodo Runte

Für den Fotowettbewerb eines Stromversorgers zum Thema „Vernetzt“ hatte ich zwei alte Damen gebeten, sich eng aneinander zu lehnen, damit ich sie mit einem über beide Köpfe gezogenen Haarnetz  fotografieren kann. Weil die beiden Damen oft gemeinsam unterwegs waren eignet sich die Aufnahme für das Thema Paare.

 

Fotos: Wolfgang Grau

Ich beschäftige mich schon einige Jahre mit einem Projekt, das recht gut zu Ihrem Aufruf zum Thema PAARE passt.
 Dazu fotografiere ich alltägliche Objekte, die mich subjektiv berühren und arrangiere sie zu Bildpaaren, die ästhetisch, 
inhaltlich und/oder formal miteinander korrespondieren und dem Betrachter Raum für eigene Assoziationen lassen.

 

Foto: Conny Boettger

Auch meine Maske und ich brauchen eine Pause!
Straßenanimateur in Moskau

 

Fotos: Wolfgang Sonnemann

Die beiden Fotos entstanden im Rahmen meines Projekts "Bundesstrasse 1" in Sachsen-Anhalt. Sie symbolisieren auf drastische Weise ZUTRITT VERBOTEN. Brutal und menschenverachtend das eine. Überwunden zwar, aber immer noch Schrecken einflößend. Amüsant hingegen das andere. Diese komödiantische Variante des Schreckens lässt mich hoffen.

 

Foto: Ruediger Carl Bergmann

Ein Künstlerpärrchen am VCCA (Virginia Center for the Creative Arts) hatte sich die Stühle zur Cafépause rausgestellt. Nach ihrem Austausch blieben die Stühle zurück..

 

Foto: André Winkler

Die Hecke trennt und die Sonne verbindet. Malen mit Licht. Ein Paar das alsbald verschwindet. Aufgenommen mit einer Yashica Mat 124G.

 

Fotos: Norbert Skibinski

Paris, 2010. Der Pfeil ist eine Spiegelung im „Maison Européenne de la Photographie“. Die zweite Fotografie zeigt Flüchtlinge am „Canal St.Martin“. Der Titel meines Bildpaars lautet: „Wohin“.

 

Fotos: Lieselotte Stark

Aus der Serie VORHER - NACHHER. SCHAUFENSTERWENDE. Eine fotografische Gegenüberstellung von Geschäften und Schaufenstern in der DDR mit den Veränderungen und Entwicklungen durch den „Einbruch aus dem Westen“ nach 1990. Zwischen den beiden Fotos liegen 28 Jahre. Das erste Foto, "PGH Bäcker“ ist 1990 entstanden, das zweite, „Urfa-Grill“ im Jahr 2018. Aufgenommen wurde das Doppelbild in Salzwedel, einer Kleinstadt mit historischem Ortskern im Norden Sachsen-Anhalts.

Das dritte Thema lautet: DAS HAUS
Es geht wieder um eine möglichst kreative Auseinandersetzung mit dem Begriff: Haus als architektonisches Gebilde, aber auch als Heim, wo man als Mensch oder Tier lebt. Auch Provisorien, exotische Wohnorte. Und wichtig: Jede Bildeinsendung sollte wieder mit einem kurzen Statement, einem Text ergänzt werden. Noch eine Bitte: Uns ist klar, dass es schwer ist, sich zu entscheiden. Aber wir bitten um immer nur ein Bild zum Thema. Das Beste! Der Prozess der Auswahl ist gleichzeitig auch eine Art Schulung und Selbstreflexion.
Denis Brudna + Anna Gripp

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Kategorie: Nachschlag

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